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Die deutsche Nationalmannschaft ist bei der Weltmeisterschaft dramatisch gescheitert. Doch während auf dem Rasen die altbekannte Diskussion um fehlende Anführer aufbrandet, offenbart sich das wahre Problem des viermaligen Weltmeisters in der Chefetage. Nach dem bitteren Aus in Boston ducken sich DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Sportdirektor Rudi Völler weg, anstatt Bundestrainer Julian Nagelsmann den Rücken zu stärken oder klare Entscheidungen zu treffen.

Sinnbildliches Elfmeterschießen: Keine Typen auf dem Platz

Seit Jahren begleitet die DFB-Auswahl der Vorwurf, es fehle an echten Führungsspielern, die in kritischen Momenten das Zepter in die Hand nehmen. Wie berechtigt diese Kritik ist, zeigte sich in der dramatischen Schlussphase in den USA. Kapitän Joshua Kimmich musste vor dem entscheidenden Elfmeterschießen auf dem Platz regelrecht nach Freiwilligen suchen. Die Szene, in der Kimmich seine Mitspieler abfragte, bis Jonathan Tah schließlich als sechster Schütze antrat und den Ball in den Nachthimmel jagte, wirkte wie ein Spiegelbild der aktuellen Verbandsstruktur. Wer auf dem Platz Verantwortungsträger fordert, muss diese Kultur in der Führungsebene vorleben.

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Nagelsmann spielt den Ball zur DFB-Spitze

Genau an dieser Vorbildfunktion mangelt es dem Deutschen Fußball-Bund derzeit massiv. Bundestrainer Julian Nagelsmann machte unmittelbar nach dem Ausscheiden klar, dass er die Entscheidung über seine Zukunft nicht treffen wird. „Ich entscheide es nicht. Ich habe Vertrag. Ich stehe zur Verfügung“, gab der Cheftrainer zu Protokoll. Er verwies dabei explizit auf die Verbandsoberen und reichte die Verantwortung direkt an Rudi Völler und Bernd Neuendorf weiter.

Völler und Neuendorf flüchten sich in Floskeln

Doch statt eines klaren Bekenntnisses lieferte die sportliche Leitung im Anschluss nur rhetorisches Quergeschiebe, das stark an den ideenlosen Ballbesitz auf dem Rasen erinnerte. Völler flüchtete sich in die seltsame Wortkonstruktion, er sei überzeugt, dass Nagelsmann „wahrscheinlich der Richtige“ sei, betonte aber sofort, dies nicht allein entscheiden zu können. Die Blicke richteten sich folglich auf DFB-Präsident Neuendorf.

Der mächtigste Mann im Verband nahm sich eine ganze Nacht Zeit, um sich schließlich hinter einem sterilen Videostatement der vereinseigenen Medien zu verstecken. Die späte Erkenntnis, dass das Abschneiden bei der WM nicht den eigenen Ansprüchen genüge und man die Situation in den kommenden Tagen gemeinsam analysieren werde, ist in einer solchen Krisensituation schlichtweg zu wenig. Die fehlende Entschlossenheit beweist: Die eigentliche Typen-Debatte muss nicht über die Mannschaft, sondern über die Führungsriege des DFB geführt werden.

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