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Nach dem bitteren Aus der deutschen Nationalmannschaft im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay rechnet Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus fest mit einer baldigen Entlassung von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Trotz gegenteiliger Bekundungen der Verbandsspitze sieht der TV-Experte die Zeit für einen personellen Neuanfang an der Seitenlinie gekommen.

Kritik nach WM-Debakel: Matthäus zerlegt DFB-Auftritt

Die deutsche Elf lieferte im entscheidenden K.o.-Spiel in Foxborough über 120 Minuten eine erschreckend einfallslose Vorstellung ab. Das endgültige Aus besiegelten drei vergebene Versuche im anschließenden Elfmeterschießen. Für Matthäus kam das Scheitern nicht völlig unerwartet. Gegenüber der Bild-Zeitung fand der langjährige DFB-Kapitän deutliche Worte für die Auftritte während des Turniers: Ein schwaches Spiel könne immer passieren, doch bereits die Leistung im Vorfeld gegen Ecuador sei eine reine Katastrophe gewesen.

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Folglich zeigt sich der Rekord-Nationalspieler wenig wehmütig. Zwar sei er überrascht, dass die DFB-Auswahl gegen eine derart limitierte Mannschaft wie Paraguay ausscheiden könne, traurig stimme ihn das Resultat aufgrund der dargebotenen Leistungen jedoch nicht. Der Experte ist sich sicher, dass rund um die Nationalmannschaft zu viel vorgefallen sei – sowohl auf als auch neben dem Platz. Ein Neustart auf der Trainerposition sei daher aus seiner Sicht zwingend notwendig.

Nagelsmann selbst hatte unmittelbar nach dem Elfmeter-Krimi bekräftigt, seinen bis 2028 datierten Vertrag erfüllen zu wollen. DFB-Sportdirektor Rudi Völler stellte sich zwar öffentlich schützend vor den 38-jährigen Übungsleiter, der Weltmeister von 1990 räumte jedoch gleichzeitig ein, derartige Entscheidungen beim Verband nicht im Alleingang zu treffen.

Rückendeckung für Kapitän Joshua Kimmich

Bereits zum dritten Mal in Serie findet ein WM-Achtelfinale ohne deutsche Beteiligung statt. Ein historischer Tiefpunkt, der auch an Joshua Kimmich nicht spurlos vorbeiging. Der Spielführer fand nach dem Schlusspfiff in den USA klare Worte zur sportlichen Misere.

Während die sportliche Leitung heftig in der Kritik steht, nahm Matthäus den 31-jährigen Mittelfeldmotor ausdrücklich in Schutz. Kimmich sei ein absoluter Führungsspieler, der diesen Anspruch auch beim FC Bayern München tagtäglich unter Beweis stelle. Allerdings müsse man ihn taktisch optimal einsetzen. Matthäus bezweifelt stark, dass sich der Routinier auf der Position des Rechtsverteidigers wohlgefühlt habe. An der grundsätzlichen Qualität des Anführers lässt der Experte jedoch keinen Zweifel und sieht ihn auch in den kommenden Jahren als feste Säule der Nationalmannschaft.

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