Bosnien-Herzegowina besiegt Italien im Playoff und besiegelt das WM-Aus
Italien verpasst die WM 2026 durch eine dramatische Niederlage im Elfmeterschießen gegen Bosnien-Herzegowina.
Die italienische Nationalmannschaft steht nach dem blamablen Aus vor der kommenden Weltmeisterschaft vor einem massiven personellen Neuanfang. Nationaltrainer Gennaro Gattuso wird sein Amt nach übereinstimmenden Medienberichten zeitnah niederlegen und Platz für den dritten Trainerwechsel in nur drei Jahren machen.
Zum dritten Mal in Folge muss die Squadra Azzurra eine Weltmeisterschaft vom heimischen Sofa aus verfolgen. Das Scheitern noch vor dem eigentlichen Turnierstart hat weitreichende Konsequenzen für den italienischen Fußballverband. Der 48-jährige Gattuso, der das Team erst im Juni 2025 als Notnagel zur Rettung der Qualifikation übernommen hatte, steht vor dem sofortigen Rücktritt. Der sportliche Absturz zieht jedoch noch weitere Kreise: Auch Weltmeister-Legende und Teamkoordinator Gianluigi Buffon sowie Verbandspräsident Gabriele Gravina dürften dem gescheiterten Coach zeitnah folgen.
Die Trainerbank der Italiener gleicht mittlerweile einem reinen Schleudersitz. Nach dem lukrativen Abgang von Europameister-Macher Roberto Mancini in Richtung Wüste im Sommer 2023 und dem kurzen 24-Spiele-Intermezzo von Luciano Spalletti konnte auch der einstige Mittelfeld-Abräumer den Negativtrend nicht stoppen.
Auf der Suche nach einem nationalen Retter rücken nun die größten Namen des Landes ins Rampenlicht. Laut Expertenkreisen gelten Antonio Conte und Massimiliano Allegri als die wahrscheinlichsten Anwärter auf den vakanten Posten. Beide Übungsleiter haben ihre herausragende Qualität auf nationaler Ebene bereits eindrucksvoll bewiesen.
Conte sicherte sich zuletzt 2025 mit der SSC Neapel seinen fünften Meistertitel in der Serie A. Zudem kennt der emotionale Taktikfuchs die Strukturen beim Verband bestens: Zwischen 2014 und 2016 führte er einen nominell eher durchschnittlichen Kader bis ins EM-Viertelfinale und genießt in der Heimat bis heute einen exzellenten Ruf. Sein Konkurrent Allegri blickt seinerseits auf stolze sechs Scudetti zurück, die er mit Juventus Turin und der AC Mailand erringen konnte.
Trotz ihrer beeindruckenden Titelsammlungen in Italien bringt die Verpflichtung der beiden Kandidaten enorme Hürden mit sich. Auf internationalem Parkett hielten sich die Erfolge in der jüngeren Vergangenheit stark in Grenzen. Während Conte mit Neapel in der aktuellen Spielzeit bereits in der Ligaphase der Königsklasse scheiterte, kam Allegri in seiner zweiten Amtszeit bei Juventus (2021 bis 2024) nie über das Achtelfinale hinaus. Ob einer der beiden die notwendige Vision mitbringt, um den stark kritisierten italienischen Fußball von Grund auf neu zu erfinden, wird von Beobachtern bezweifelt.
Die größte Hürde bleibt jedoch das Vertragswerk. Conte ist noch bis 2027 an Neapel gebunden und steuert trotz massiver Verletzungssorgen im Kader erneut auf die Champions-League-Ränge zu. Zwar ist bei dem exzentrischen 56-Jährigen ein spontaner Abzug wegen möglicher Transferstreitigkeiten nie ausgeschlossen, doch ein reibungsloser Wechsel sieht anders aus. Allegri ist derweil bis ins kommende Jahr an Milan gebunden. Er hat die Rossoneri nach einer Europapokal-freien Saison wieder rehabilitiert und hält als aktueller Tabellenzweiter die Meisterschaftshoffnungen am Leben. Ob die Spitzenvereine ihre Star-Trainer mitten in der sportlichen Konsolidierung für das Krisenprojekt Nationalmannschaft freigeben, ist das große Rätsel der kommenden Wochen.
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