Jamal Musiala verpasst verletzungsbedingt die kommenden Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft. Nach einer gemeinsamen Entscheidung des DFB und des FC Bayern München soll der Mittelfeldstar die nötige Zeit zur vollständigen Genesung erhalten. TV-Experte Dietmar Hamann äußert sich angesichts der anhaltenden Probleme überaus skeptisch über die WM-Chancen des 23-Jährigen im kommenden Sommer.

Rückschlag im Sprunggelenk bremst Musiala aus

Der pfeilschnelle Offensivkünstler hatte sich in der vergangenen Woche beim fulminanten 6:1-Erfolg der Münchner im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Atalanta Bergamo verletzt. Laut offiziellen Angaben des deutschen Rekordmeisters laboriert der Nationalspieler an einer Schmerzreaktion am linken Sprunggelenk. Diese Problematik ist ein direktes Nachbeben seines schweren Wadenbeinbruchs, den er sich im vergangenen Sommer bei der Klub-WM zugezogen hatte und der ihn monatelang außer Gefecht setzte. Erst im Januar hatte der Dribbelkünstler sein ersehntes Comeback auf dem Rasen gefeiert.

Dietmar Hamann warnt: WM im Moment weit entfernt

Für Sky-Experte Dietmar Hamann ist die aktuelle Entwicklung besorgniserregend. In seiner jüngsten Kolumne machte der Vize-Weltmeister von 2002 deutlich, dass die Gesundheit nun absolute Priorität haben müsse. Das Letzte, woran Musiala und die Bayern derzeit denken würden, sei das DFB-Team. Mit Blick auf das große Turnier im Sommer wählte Hamann deutliche Worte: In seinen Augen sei die WM im Moment für Musiala weit entfernt.

Dass der Münchner für die anstehenden Testspiele gegen die Schweiz (27. März) und Ghana (30. März) nicht im Kader steht, hält der 50-Jährige für zwingend logisch. Eine Einladung hätte dem Spieler keinen Gefallen getan. Hamann mahnte an, dass in den kommenden zwei Monaten alles passen müsse und nichts mehr schiefgehen dürfe. Nur wenn der Fuß schmerzfrei bleibe und die sportlichen Leistungen stimmten, sei eine Berufung ins Aufgebot denkbar. Bei einem 26-Mann-Kader könne man laut dem TV-Experten zwar vielleicht ein oder zwei verletzte Akteure mitnehmen, dennoch werde es Stand heute schwer für den Ausnahmespieler.

Nagelsmann und Kompany verfolgen gemeinsamen Plan

Um die langfristige Perspektive des Spielers zu schützen, haben sich Bundestrainer Julian Nagelsmann und Bayern-Coach Vincent Kompany engmaschig abgestimmt. Beide verfolgen die klare Strategie, Musialas Fitness nachhaltig und ohne falschen Ehrgeiz aufzubauen.

Nagelsmann betonte auf der DFB-Pressekonferenz, dass ein übereinstimmendes Interesse bestehe: Der Spieler müsse zunächst bei seinem Verein wieder restlos gesund werden und Rhythmus aufbauen, um für das Weltturnier überhaupt infrage zu kommen. Der 38-jährige Bundestrainer ordnete die Blessur sachlich ein und erklärte, dass kleine Reaktionen nach einer derart langen Ausfallzeit völlig normal seien. Es bringe schlichtweg nichts, Musiala unter Schmerzen auflaufen und dribbeln zu lassen. Die Nationalelf muss die kommenden Bewährungsproben somit ohne ihren kreativen Fixpunkt bestreiten.

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