Die Teilnahme der iranischen Fußball-Nationalmannschaft an der bevorstehenden Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko steht weiterhin auf der Kippe. Aufgrund der anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Vereinigten Staaten wird die finale Entscheidung über die Reise zum Turnier nicht vom Sportverband, sondern vom Nationalen Sicherheitsrat in enger Abstimmung mit der Regierung in Teheran getroffen.

Politik am Drücker: Verband bereitet sich nur vor

Der iranische Fußballverband und das Sportministerium sind in dieser beispiellosen Situation vorerst in die Rolle der reinen Beobachter gedrängt. Wie Sportminister Ahmed Donjamali im Staatsfernsehen klarstellte, sei sein Ressort ausschließlich für die sportliche Vorbereitung des asiatischen Schwergewichts zuständig. Letztendlich unterwerfe man sich der finalen Entscheidung des Nationalen Sicherheitsrates und der Regierung, betonte der Politiker. Dieses mächtige Gremium agiert unter der direkten Aufsicht des Obersten Führers Modschtaba Chamenei und unter der Leitung von Präsident Massud Peseschkian. Einen genauen Zeitplan für diesen wegweisenden Beschluss ließ die Führungsliege bislang offen.

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FIFA pocht auf Teilnahme: Es gibt keinen Plan B

Die geopolitische Gemengelage macht die ohnehin komplexe Turnierplanung zu einem Drahtseilakt. Seit Ende Februar befinden sich die Vereinigten Staaten und Israel in einem offenen Konflikt mit dem Iran, der das Land auch zu militärischen Gegenschlägen veranlasste. Ausgerechnet in den USA soll die iranische Auswahl nun ihre drei wichtigen Vorrundenspiele gegen Belgien, Neuseeland und Ägypten bestreiten.

Trotz der prekären Sicherheitslage und der hitzigen öffentlichen Diskussionen zeigt sich der Weltverband unnachgiebig. FIFA-Präsident Gianni Infantino drängt vehement auf einen ordnungsgemäßen Start des Teams bei dem vom 11. Juni bis zum 19. Juli dauernden Großereignis. In einem Interview mit dem mexikanischen TV-Sender N+ Univision wischte der Schweizer alle Spekulationen um einen möglichen Ausschluss energisch vom Tisch. Man wolle, dass der Iran spielt, und das Land werde bei der Weltmeisterschaft antreten. Es gebe keinen Plan B, C oder D – es gebe nur Plan A, untermauerte der Verbandschef. Ob die politische Führung im Iran diese sportliche Direktive angesichts des andauernden Krieges teilt, bleibt die alles entscheidende Frage der kommenden Wochen.

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