Tumulte im WM-Finale: FIFA ermittelt gegen Argentinien und Spanien
Nach handfesten Auseinandersetzungen im WM-Finale fordert die FIFA offizielle Stellungnahmen von Argentinien und Spanien.
Nach unfassbaren 982 Tagen Leidenszeit ist Neymar zurück auf der großen Fußballbühne. Beim souveränen 3:0-Erfolg Brasiliens über Schottland im letzten Gruppenspiel der Weltmeisterschaft feierte der Offensivspieler sein lang ersehntes Comeback für die Seleção und sicherte mit seinem Team den Gruppensieg.
Als die 76. Spielminute anbrach, erhoben sich die Fans: Der Angreifer vom FC Santos betrat für Torschütze Matheus Cunha den Rasen. Nach dem Schlusspfiff gab der 34-Jährige einen tiefen Einblick in sein Seelenleben. „Ich hatte Herzklopfen. Ich war sehr nervös. Aber jetzt bin ich glücklich“, gestand der sichtlich berührte Superstar. Die Last der vergangenen Jahre fiel spürbar von ihm ab: „Ich habe in der Umkleidekabine geweint. Ich danke Gott, dass ich meinem Land helfen kann.“
Auch innerhalb der Mannschaft löste die Einwechslung pure Begeisterung aus. Doppeltorschütze Vinicius Junior fand nach der Partie rührende Worte für den Routinier und bezeichnete den Moment als schlichtweg magisch, da der Rückkehrer für die gesamte aktuelle Generation ein Idol darstelle.
Hinter dem Rekordtorschützen Brasiliens liegt die wohl schwerste Phase seiner Karriere. Sein bis dato letzter Länderspieleinsatz datierte aus dem Oktober 2023, als er sich bei einer 0:2-Niederlage gegen Uruguay einen schweren Kreuzbandriss zuzog. Es folgte eine beispiellose Verletzungsmisere.
Selbst im Vorfeld des laufenden Turniers stand ein Einsatz auf der Kippe. Nationaltrainer Carlo Ancelotti musste im Frühjahr noch aus Fitnessgründen auf den Edeltechniker verzichten. Eine hartnäckige Wadenverletzung kostete ihn zudem weite Teile der WM-Vorbereitung sowie die ersten beiden Gruppenspiele. Diese lange Abwesenheit spiegelte sich auch auf dem Papier wider: Seit seinem letzten Einsatz für sein Land sank der Marktwert des Spielmachers drastisch von 60 Millionen auf mittlerweile 8 Millionen Euro.
Mit seinem 129. Länderspiel festigte der Brasilianer seinen zweiten Platz in der ewigen Rekordspieler-Liste seines Landes, nur noch übertroffen von Defensivlegende Cafu (143 Einsätze). Mit überragenden 79 Treffern thront er ohnehin bereits über Ikone Pelé.
Für den fünffachen Weltmeister beginnt nun die entscheidende Turnierphase. Als Sieger der Gruppe C trifft das Team im Sechzehntelfinale auf den Zweiten der Gruppe F. Mögliche Kontrahenten auf dem Weg zum Titel sind die Niederlande, Japan oder Schweden. Sollte der frisch genesene Star an seine Form aus dem Start des WM-Jahres anknüpfen – wo er in 15 Partien starke zehn Torbeteiligungen sammelte –, dürfte er zum absoluten X-Faktor für Brasilien in den anstehenden K.o.-Spielen werden.
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