WM 2026 Qualifikation: 42 von 48 Teilnehmern stehen bereits fest
Für die Fußball-WM 2026 stehen bereits 42 von 48 Teilnehmern fest, sechs Plätze werden noch in Playoffs vergeben.
Die europäische Fan-Organisation Football Supporters Europe (FSE) geht hart gegen den Fußball-Weltverband vor. Gemeinsam mit der Verbraucherschutzgruppe Euroconsumers wurde bei der Europäischen Kommission formell Beschwerde gegen die FIFA eingereicht. Der Vorwurf: Überhöhte Ticketpreise, Ausnutzung einer Monopolstellung und undurchsichtige Kaufbedingungen für die anstehende Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada.
Die Fronten zwischen den Stadionbesuchern und den Turnier-Organisatoren verhärten sich. Die FSE wirft dem Weltverband vor, seine Machtposition auf dem Ticketmarkt schonungslos auszunutzen, um den Käufern Konditionen zu diktieren, die in einem wettbewerbsorientierten Markt niemals akzeptiert würden. Im Zentrum der massiven Kritik steht insbesondere die dynamische Preisgestaltung, die Kosten für Eintrittskarten je nach Nachfrage künstlich in die Höhe treibt.
Das Fan-Bündnis fordert von der EU-Kommission nun ein klares Eingreifen. Die FIFA soll angewiesen werden, auf dieses variable Preismodell zu verzichten. Zudem verlangen die Kläger, dass die Tarife für die nächste Verkaufsphase im April zwingend auf dem Preisniveau vom Dezember eingefroren werden. Um die von den Fans angeprangerten intransparenten Prozesse zu beenden, soll der Verband künftig mindestens 48 Stunden im Voraus offenlegen, wie viele Karten in den jeweiligen Kategorien überhaupt noch verfügbar sind.
Ein Blick auf die nackten Zahlen verdeutlicht den großen Unmut der Basis. Aktuell beginnen die günstigsten, frei verfügbaren Tickets für das Endspiel am 19. Juli bei unglaublichen 4.185 US-Dollar. Das entspricht mehr als dem Siebenfachen des Preises für die billigste Finalkarte bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Selbst die eigenen Prognosen der Organisatoren, die in den Bewerbungsunterlagen einst einen Durchschnittspreis von 1.408 Dollar vorsahen, sind laut der FSE längst weit überschritten.
Auch bei den regulären Turnierpartien klaffen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. Ursprünglich wurden den Anhängern Einstiegspreise von 21 Dollar in Aussicht gestellt. In der Realität mussten die Fans für die bisher billigsten verkauften Eintrittskarten jedoch 60 Dollar hinblättern. Der krasse Gegensatz zeigt sich beim Blick nach Europa: Bei der Europameisterschaft 2024 in Deutschland waren die günstigsten Karten für das große Endspiel bereits für 100 Dollar zu haben.
Trotz des juristischen Gegenwinds zeichnet FIFA-Präsident Gianni Infantino nach außen ein völlig anderes Bild. Nach Angaben des Schweizers sind für die insgesamt 104 Turnierpartien unfassbare 508 Millionen Ticketanfragen eingegangen. Jedes Spiel sei praktisch restlos ausverkauft, obwohl der Verband für die kommende Verkaufsphase im April noch ein nicht genauer beziffertes Ticket-Kontingent zurückhält.
Rückenwind erhalten die erbosten Fans derweil aus der europäischen Politik. Der für Sport zuständige EU-Kommissar Glenn Micallef fand bereits im Februar auf dem UEFA-Kongress deutliche Worte in Richtung Zürich: Kommerzielle und politische Erwägungen dürften niemals über das Fan-Erlebnis, das Wohlergehen der Athleten und die Entwicklung des Sports gestellt werden. Durch die formelle Beschwerde in Brüssel droht dem Weltverband nun ein handfester politischer Konflikt.
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