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Die iranische Fußball-Nationalmannschaft sieht sich vor dem Start der Weltmeisterschaft mit massiven politischen Spannungen konfrontiert. Das Turnier in den USA und Mexiko rückt für das Team um Stürmerstar Mehdi Taremi durch Visa-Probleme und angedrohte Spielabbrüche der eigenen Regierung fast in den Hintergrund.

Sportminister droht mit Boykott auf dem Rasen

Die politische Führung blickt mit großer Sorge auf die anstehenden WM-Spiele. Wie der iranische Sportminister Ahmad Donjamali mitteilte, hat der nationale Verband die FIFA bereits offiziell gewarnt: Sollten in den WM-Stadien politische Parolen gerufen oder die alte oppositionelle Löwe-und-Sonne-Flagge gezeigt werden, wird die iranische Mannschaft das Spielfeld umgehend verlassen. Teheran fordert vom Fußball-Weltverband eine strikte Einlasskontrolle, um ausschließlich die offizielle Flagge der Islamischen Republik auf den Rängen zu garantieren.

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Proteste der Exil-Iraner in Los Angeles

Besonders brisant ist die Lage rund um die Spielorte in den Vereinigten Staaten. In Los Angeles, wo das Team sein erstes Gruppenspiel gegen Neuseeland bestreiten wird, lebt eine der größten iranischen Exilgemeinschaften. Bereits in der Vorwoche versammelten sich dort hunderte Demonstranten vor der Arena. Sie schwenkten die alte Flagge aus der Zeit vor der Islamischen Revolution von 1979 und bekundeten ihre Solidarität mit der Bevölkerung in der Heimat. Zudem forderten Menschenrechtsaktivisten ein hartes Durchgreifen der FIFA gegen den iranischen Verband, dem sie eine zu enge Verstrickung mit den Machtstrukturen in Teheran vorwerfen.

Fokus auf den Sport fällt dem Kader schwer

Während sich die diplomatischen Konflikte, zu denen auch anhaltende Visa-Schwierigkeiten für die Einreise in die USA zählen, weiter zuspitzen, versucht die Mannschaft auf dem Rasen die Konzentration hochzuhalten. Im mexikanischen Tijuana absolviert der Kader derzeit seine Vorbereitung. Top-Angreifer Mehdi Taremi erfüllte am Rande des Trainingsgeländes wortlos, aber freundlich die Autogrammwünsche der anwesenden Anhänger. Den brisanten Konflikt zwischen den USA und seiner Heimat ließ der Offensivmann unkommentiert. Die Hoffnung der Fans am Zaun, dass Politik und Sport bei dieser Endrunde getrennt bleiben, scheint sich angesichts der turbulenten Ausgangslage jedoch kaum erfüllen zu können.

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