DHB-Auswahl lange ebenbürtig

Das EM-Finale im dänischen Herning begann für die deutschen Handballer mit einer Hypothek: Kreisläufer Justus Fischer musste kurzfristig wegen eines Infekts passen, eine tragende Figur der Abwehr fehlte. Nach der roten Karte gegen Tom Kiesler in der 14. Minute nach einer Attacke gegen Welthandballer Mathias Gidsel spitzte sich der Personalmangel weiter zu. Dänemark nutzte das Momentum und zog von 8:7 auf 10:7 davon.

Deutschland fing sich jedoch. Mit kompakter Abwehr und starken Paraden von Andreas Wolff kam das Team mehrfach zum Ausgleich (12:12, 13:13, 14:14). Zur Pause lagen die Gastgeber dennoch knapp vorn (18:16).

Wolff glänzt zu Beginn der zweiten Halbzeit

Zwischen der 30. und 40. Minute prägten die Torhüter das Spiel. DHB-Keeper Andreas Wolff und sein dänisches Pendant Kevin Møller parierten teils unhaltbare Würfe, beide Teams blieben über fünf Minuten ohne Treffer. In der Folge häuften sich bei der DHB-Auswahl technische Fehler und Ballverluste, Dänemark zog bis zur 46. Minute auf 26:22 davon.

Noch einmal kam Deutschland heran, auch dank Wolff und zwei Treffern von Marko Grgic (26:24). Näher ließ Dänemark die DHB-Auswahl nicht kommen. Die Rote Karte gegen Jannik Kohlbacher vier Minuten vor Schluss bedeutete beim 31:27 die Vorentscheidung. „Bis zur 55. Minute war alles offen. Wenn wir hier das Momentum kippen, wird’s vielleicht nochmal richtig spannend“, sagte Kapitän Johannes Golla am ZDF-Mikrofon. „Wir können erhobenen Hauptes hier rausgehen.“

Historischer Erfolg für Dänemark

Für Dänemark endet mit dem 34:27 die 14 Jahre währende EM-Flaute. Nach dem letzten Kontinental-Titel 2012 sicherten sich die Skandinavier als zweites Team nach Frankreich den Golden Slam aus Olympia-, WM- und EM-Gold. Bundestrainer Alfred Gislason ordnete die Finalniederlage ein: „Es muss alles klappen, um gegen diese Dänen zu gewinnen. Wir waren sehr nah dran. Die Jungs haben sich mit diesem Turnier in der Spitzenklasse etabliert.“

Deutschland wartet nach der Niederlage weiter auf den ersten Pflichtspielsieg gegen Dänemark seit 2016, nimmt aus Herning aber viel mit: sechs Turniersiege, darunter Erfolge gegen Spanien, Frankreich und Kroatien, sowie die insgesamt fünfte EM-Medaille (Gold 2004, 2016; Silber 2002; Bronze 1998).

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Millionen fiebern vor den Bildschirmen mit

Der EM-Lauf des DHB-Teams löste hierzulande einen regelrechten Handball-Hype aus. Im ZDF sahen 12,82 Millionen Menschen zu, das entsprach einem Marktanteil von 50,8 Prozent. DHB-Vorstandsvorsitzender Mark Schober sprach von einem „Lagerfeuer, vor dem sich die deutschen Fernsehzuschauer versammelt haben“. Mehr als 50 Prozent Marktanteil seien „überragend und ein Meilenstein“. In der jungen Zielgruppe lag der Marktanteil sogar bei 63 Prozent.

Bereits das Halbfinale hatte eine herausragende Zuschauerresonanz. Den 31:28-Sieg gegen Kroatien sahen 7,96 Millionen Menschen in der ARD. Ein Quoten-Abschluss, der den sportlichen Aufschwung der DHB-Auswahl unterstreicht und Vorfreude auf die Heim-WM im kommenden Jahr macht.

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