Bundestrainer Alfred Gislason hat am Mittwoch das Aufgebot der deutschen Handball-Nationalmannschaft für die kommenden Länderspiele gegen Ägypten bekannt gegeben. Nach dem Gewinn der Silbermedaille bei der Europameisterschaft 2026 nimmt der Isländer gezielte Veränderungen vor: Während Stammtorhüter Andreas Wolff eine Pause erhält, kehrt Linksaußen Tim Freihöfer in den Kader zurück. Zudem steht ein Debütant vor seinem ersten Einsatz im Nationaltrikot.

Torwart-Rotation: Pause für Wolff, Chance für Debütant Ludwig

Die prominenteste Änderung im Vergleich zum EM-Erfolg betrifft die Position zwischen den Pfosten. Andreas Wolff, der aufgrund seiner herausragenden Leistungen ins All-Star-Team der EM 2026 gewählt wurde, steht für die beiden Partien im März nicht zur Verfügung. Diese Maßnahme erfolgt in Absprache mit dem Deutschen Handballbund (DHB), um die Belastung zu steuern und dem Nachwuchs eine Bühne zu bieten.

Der Verzicht auf den routinierten Keeper ermöglicht es dem Bundestrainer, David Späth mehr Spielanteile zu geben und gleichzeitig Lasse Ludwig erstmals in den A-Kader zu berufen. Ludwig, der bereits im Oktober als Trainingsgast Luft bei der Nationalmannschaft schnupperte, bildet nun das Gespann mit Späth.

Rückkehr auf Außen und Kontinuität im Kern

Auch auf dem Feld justiert Gislason sein Personal. Tim Freihöfer kehrt auf der Linksaußen-Position zurück und ersetzt Rune Dahmke. Nicht mit dabei ist Nils Lichtlein, der verletzt in die vergangene Europameisterschaft startete und für das aktuelle Aufgebot noch keine Option darstellt. Angeführt wird die DHB-Auswahl weiterhin von Kapitän Johannes Golla, der gemeinsam mit 14 weiteren Silber-Medaillengewinnern das Gerüst der Mannschaft bildet.

„Im Vergleich zur EM passen wir nur Nuancen an. Der Kern unserer Nationalmannschaft ist gewachsen und muss zusammen weiter reifen“, erklärte Gislason die Strategie. Teammanager Benjamin Chatton betonte zudem, dass die personelle Kontinuität ein entscheidender Erfolgsfaktor sei, um die Automatismen auf dem Spielfeld weiter zu verfeinern.

Härtetest gegen Ägypten auf dem Weg zur Heim-WM 2027

Die Duelle gegen den Afrikameister dienen als direkter Startschuss für die Vorbereitung auf das nächste Großereignis: die Heim-Weltmeisterschaft 2027. Die Partien finden am Donnerstag, den 19. März, in der Dortmunder Westfalenhalle und am Sonntag, den 22. März, in der Bremer ÖVB-Arena statt. Beide Spiele werden live von ProSieben übertragen.

Der Bundestrainer erwartet mit Ägypten einen Gegner auf Augenhöhe. „Ägypten passt als Gegner sehr gut, denn wir werden von einer Weltklasse-Mannschaft einige ungewohnte Aufgaben gestellt bekommen“, so Gislason. Besonders der physisch starke Rückraum der Nordafrikaner werde die deutsche Deckung fordern.

Talentförderung: U19-Weltmeister als Trainingsgast

Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Integration junger Talente. Rasmus Ankermann, U19-Weltmeister und Rückraumspieler des THW Kiel, wird als Gast am Lehrgang in Dortmund teilnehmen. Der 18-Jährige soll sich im Training der A-Mannschaft präsentieren, ehe er zur U20-Nationalmannschaft stößt. DHB-Sportvorstand Ingo Meckes bezeichnete dieses Vorgehen als wertvollen Teil der konzeptionellen Arbeit, um Top-Talente frühzeitig an das höchste Niveau heranzuführen.

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