Deutschland thront an der Tabellenspitze

Besser könnte es für die deutschen Handballer bei der Europameisterschaft kaum laufen: In der Hauptrundengruppe I führt das DHB-Team nach drei Spielen mit 6:0 Punkten. Dahinter folgen Frankreich und Dänemark (je 4:2), Norwegen und Portugal (je 2:4), Spanien ist noch punktlos (0:6). Für die DHB-Auswahl ist der Einzug unter die besten vier Teams damit weiterhin in eigener Hand. Zwei oder mehr Punkte aus den Spielen gegen Dänemark und Frankreich würden das Halbfinalticket sichern, bei drei oder vier Zählern sogar Platz eins. Selbst ein Remis kann abhängig von Ergebnissen der Konkurrenz reichen.

Kapitän Johannes Golla mahnte jedoch vor dem heutigen Duell gegen den Nachbarn aus Dänemark zur Vorsicht: „Es ist überragend, dass wir in dieser Situation sind. Aber wir haben die zwei besten Teams des Turniers vor uns.“

Wolff gegen Nielsen: das Duell der Torwart-Giganten

Im Fokus steht das Duell der beiden Torhüter: Deutschlands Andreas Wolff trifft auf Emil Nielsen, Spitzname „Emil Stabil“. Der Torwart des FC Barcelona spielt ein überragendes Turnier, Wolff kommt mit der Empfehlung von 22 Paraden beim 30:28 gegen Norwegen. In einem Spiel auf Augenhöhe kann der bessere Keeper den Ausschlag geben.

Doch damit es dazu kommt, braucht das DHB-Team einen Sahnetag. Sportlich gelten die Dänen trotz einer Vorrundenniederlage gegen Portugal weiter als Top-Favorit. Hinzu kommt die Kulisse: Gespielt wird in der Jyske Bank Boxen im dänischen Herning. Die Arena wurde extra für das Spiel auf rund 16.000 Plätze erweitert. Die deutschen Fans werden klar in der Unterzahl sein.

Bilanz fast ausgeglichen, Tendenz spricht für Dänen

Acht EM-Duelle gab es bislang zwischen Deutschland und Dänemark, jeweils vier Siege pro Team. Insgesamt ist die Bilanz mit 17 dänischen zu 16 deutschen Erfolgen nahezu ausgeglichen. Die jüngere Vergangenheit spricht allerdings für die Skandinavier: Seit der Amtsübernahme von Nationaltrainer Nikolaj Jacobsen vor 9 Jahren gewann Dänemark alle sechs Vergleiche. Das letzte Aufeinandertreffen entschied der spätere Weltmeister bei der WM 2025 klar für sich.

Der deutsche Co-Trainer Erik Wudtke hofft deshalb auf eine Ausnahme von der aktuellen Regel. „Von zehn Spielen gegen Dänemark verliert man wahrscheinlich neun“, sagte er, verwies aber zugleich darauf, dass die Dänen nicht wüssten, wann das zehnte Spiel anstehe.

Live im Free-TV

Die Partie ist heute (26. Januar) live im Free-TV in der ARD zu sehen. Der Vorbericht beginnt um 20:15 Uhr, Spielbeginn ist 20:30 Uhr. Zudem wird das Spiel im Livestream in der ARD-Mediathek sowie auf sportschau.de übertragen.

So schafft Deutschland den Sprung ins Halbfinale

Die Ausgangslage ist klar: Nach drei Siegen aus drei Spielen führt Deutschland die Hauptrundengruppe an und hat den Einzug ins Halbfinale in der eigenen Hand.

Zwei oder mehr Punkte reichen sicher:

Gelingt dem Team von Bundestrainer Alfred Gislason gegen Dänemark und Frankreich mindestens ein Sieg oder zwei Unentschieden, ist das Halbfinalticket sicher. Mit dann mindestens 8:2 Punkten wäre Platz zwei garantiert, bei drei oder vier Zählern sogar der Gruppensieg.

Ein Punkt kann genügen:

Auch ein Unentschieden aus den beiden verbleibenden Spielen kann reichen. Voraussetzung ist, dass entweder Dänemark sein letztes Spiel gegen Norwegen verliert oder Frankreich gegen Spanien Punkte liegen lässt. In diesem Fall würde Deutschland mit 7:3 Punkten mindestens Zweiter bleiben.

Weiterkommen sogar mit zwei Niederlagen möglich:

Verliert Deutschland beide Spiele, wird es kompliziert. Dann darf die Niederlage gegen Dänemark maximal mit einem Tor Unterschied ausfallen. Zusätzlich müsste Dänemark gegen Norwegen verlieren, Frankreich gegen Spanien punkten und Portugal beide verbleibenden Spiele gewinnen. In diesem Szenario käme es zu einem Dreiervergleich, in dem Deutschland aufgrund der besseren Tordifferenz noch Platz zwei erreichen könnte.

Die Rechnung ist damit eindeutig: Je früher Deutschland selbst punktet, desto weniger Abhängigkeiten entstehen.

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