Die SG Flensburg-Handewitt gastiert am Samstagabend zum 116. Landesderby in der Handball-Bundesliga beim THW Kiel. Für den Flensburger Kapitän Johannes Golla wird das brisante Duell voraussichtlich der letzte Auswärtsauftritt beim großen Rivalen sein, da der 28-Jährige im Sommer zu seinem Ex-Club MT Melsungen zurückkehrt. Nach einer deutlichen Niederlage unter der Woche im europäischen Wettbewerb fordern die Gäste nun Wiedergutmachung.

Fehlstart in die Derby-Woche: Flensburg fordert Revanche

Bereits wenige Tage vor dem Liga-Kracher trafen die beiden norddeutschen Schwergewichte in der European League aufeinander. In der Höhle des Löwen kassierten die Flensburger eine ernüchternde 29:36-Auswärtspleite. Da die Kieler bereits als Gruppensieger feststanden und auch die Gäste ihren zweiten Platz gesichert hatten, besaß die Partie zwar keine tabellarische Relevanz mehr, diente aber als wichtiger Gradmesser.

Kreisläufer Johannes Golla zeigte sich nach der missratenen Ouvertüre selbstkritisch. Da es nicht um wichtige Punkte ging, hätten unbewusst einige Prozentpunkte gefehlt. Für das anstehende Bundesliga-Duell nahm der Nationalspieler seine Mannschaft deutlich in die Pflicht und forderte eine Leistungssteigerung sowie weniger Fehler in der zweiten Halbzeit. Man müsse deutlich mehr investieren, um beim Rekordmeister bestehen zu können.

Johannes Golla schließt das Kapitel Flensburg

Für den Defensivspezialisten markiert das Aufeinandertreffen das Ende einer beeindruckenden Derby-Ära. Vor acht Jahren wechselte das damalige Top-Talent von der MT Melsungen an die dänische Grenze. Gleich in seiner Premierensaison 2018 feierte er die deutsche Meisterschaft und avancierte rasant zum Führungsspieler. Mittlerweile trägt der 28-Jährige nicht nur die Kapitänsbinde bei den Fördestädtern, sondern führt auch die deutsche Nationalmannschaft an, mit der er erst im vergangenen Winter die Silbermedaille bei der Europameisterschaft gewann.

Ein letztes Finale in Hamburg?

Ganz ausschließen wollte der Routinier ein weiteres Aufeinandertreffen mit den Zebras jedoch nicht. Sollten beide Teams Ende Mai das Final Four der European League in Hamburg erreichen, käme es zu einem weiteren Schleswig-Holstein-Klassiker auf neutralem Boden. Für die Flensburger wäre das Erreichen des Endturniers der nächste Schritt zum historischen Titel-Hattrick auf internationaler Bühne, nachdem sie den Wettbewerb in den vergangenen zwei Jahren bereits gewinnen konnten. Ein prestigeträchtiger Sieg am Samstag in Kiel würde diesem Vorhaben den nötigen Rückenwind verleihen.

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