Biathlet Marco Maier hat bei den Paralympischen Spielen in Italien seine beeindruckende Erfolgsserie fortgesetzt. Der 26-jährige Allgäuer gewann in der stehenden Klasse der neuen Sprintverfolgung die Bronzemedaille. Für den deutschen Nationalathleten ist es bereits das dritte Edelmetall bei diesen Spielen.

Starkes Jagdrennen trotz Schießfehlern

In einem anspruchsvollen zweiteiligen Wettkampf musste sich Maier am Ende nur zwei Kontrahenten geschlagen geben. Nach insgesamt drei Schießfehlern überquerte der Deutsche hinter dem siegreichen Chinesen Jiayun Cai und dem Ukrainer Grygorii Vovchynskyi die Ziellinie. Diese Konstanz auf höchstem Niveau unterstreicht die starke Form des 26-Jährigen, der zuvor bereits im regulären Sprint sowie im Einzelrennen den dritten Platz belegt hatte. Bereits vor vier Jahren bei den Spielen in Peking hatte der pfeilschnelle Skijäger mit zwei Silbermedaillen seine internationale Klasse bewiesen.

Später Durchbruch nach hartem Kampf um Startrecht

Der Weg an die paralympische Weltspitze war für den Allgäuer, dem seit der Geburt die vorderen Glieder an drei Fingern der linken Hand fehlen, kein leichter. Bis zu seinem 13. Lebensjahr trainierte und startete er ausschließlich mit Athleten ohne Behinderung. Erst danach erfolgte der Wechsel in den Para-Sport. Dort musste er lange um seine Startberechtigung kämpfen: Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hinterfragte seine Klassifizierung intensiv, sodass er erst im Jahr 2018 endgültig grünes Licht für internationale Starts erhielt. Sein endgültiger sportlicher Durchbruch auf der großen Bühne gelang ihm vor vier Jahren mit einem umjubelten Weltcupsieg im schwedischen Östersund.

Neues Format feiert Paralympics-Debüt

Die von Maier erfolgreich absolvierte Sprintverfolgung über die Mitteldistanz feierte in Italien ihre Premiere auf paralympischem Eis. Das Format erfordert sowohl taktisches Geschick als auch Nervenstärke am Schießstand: Die Ergebnisse eines vorgeschalteten Sprints legen die Startreihenfolge für das finale Jagdrennen fest. Dabei wird in der Qualifikation für jeden Fehlschuss eine Zeitstrafe von 15 Sekunden auf die spätere Startzeit addiert. In der abschließenden Verfolgung selbst müssen die Athleten bei Fehlschüssen klassische Strafrunden absolvieren, was die Dynamik des Rennens bis zum letzten Meter hochhält.

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