Sechs Wochen nach seiner herben Enttäuschung bei den Olympischen Spielen in Mailand hat Ilia Malinin eindrucksvoll zurückgeschlagen. Der 21-jährige US-Amerikaner krönte sich am Samstag bei der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft in Prag mit einer herausragenden Leistung zum dritten Mal in Serie zum Weltmeister im Einzel.

Dominanz auf dem Eis: Kagiyama und Sato chancenlos

Mit einer überragenden Gesamtpunktzahl von 329,40 aus Kurzprogramm und Kür ließ der selbsternannte Vierfach-Gott der Konkurrenz keine Chance. Die beiden Japaner Yuma Kagiyama (306,67 Punkte) und Shun Sato (288,54 Punkte) mussten sich deutlich geschlagen geben und sicherten sich Silber sowie Bronze. Der deutsche Meister und WM-Debütant Genrikh Gartung beendete den Wettbewerb nach einem lehrreichen Auftritt auf dem 24. Platz (192,31 Punkte). Der frischgebackene kasachische Überraschungs-Olympiasieger Michail Schaidorow war in der tschechischen Hauptstadt nicht am Start.

Spektakuläre Kür mit Rückwärtssalto

Auf dem Eis wirkte der junge Ausnahmekönner im Vergleich zu den Winterspielen wie ausgewechselt. Mit einer perfekten Balance aus technischem Spektakel und intelligent dosiertem Risiko begeisterte er das Publikum. Der pfeilschnelle Athlet landete fünf Vierfachsprünge sowie einen aufsehenerregenden Rückwärtssalto. Dass er den Axel lediglich dreifach ausführte, fiel angesichts der ansonsten makellosen Vorstellung kaum ins Gewicht. Bereits während der emotionalen Darbietung ballte der ehrgeizige Läufer die Fäuste, ehe sich seine Anspannung nach dem letzten Takt in einem lauten Jubelschrei entlud.

Das Olympia-Trauma von Mailand ist abgehakt

Den Grundstein für das erhoffte WM-Triple hatte das Talent bereits am Donnerstag mit einer persönlichen Bestleistung von 111,29 Punkten im Kurzprogramm gelegt. Der katastrophale achte Platz bei Olympia, wo eine völlig verpatzte Kür alle Medaillenträume platzen ließ, ist damit endgültig zu den Akten gelegt.

„Ich bin ohne große Erwartungen nach Prag gekommen“, erklärte der nun dreifache Weltmeister sichtlich gelöst. Das Prager Publikum habe ihn wahnsinnig unterstützt, sodass er den Kopf ausschalten und einfach befreit laufen konnte. Zu dem herben Rückschlag in Italien hat der Titelverteidiger inzwischen eine gesunde Distanz aufgebaut: „Olympia ist für mich nur noch Vergangenheit, alles, was passiert, hat einen Grund. Nun schaue ich nach vorne.“

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