Federica Brignone hat ihre Teilnahme an der restlichen Ski-Alpin-Saison 2025/26 mit sofortiger Wirkung abgesagt. Die italienische Doppel-Olympiasiegerin gab nach dem Weltcup in Soldeu bekannt, dass sie körperlich eine Pause benötigt und sich auf ihre Rehabilitation konzentrieren muss.

Körperlicher Tribut nach Olympia-Gold

Für die 35-Jährige ist der Winter vorbei. Nach den triumphalen Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo, bei denen die Lokalmatadorin Gold im Riesenslalom und im Super-G gewann, zieht sie nun die Notbremse. "Ich glaube, ich habe meinem Körper in den letzten Monaten viel zugemutet", erklärte Brignone in einer offiziellen Mitteilung des italienischen Skiverbands (FISI). Sie habe versucht, die Saison regulär fortzusetzen, doch ihr Körper sende nun eindeutige Signale, die eine weitere Belastung unmöglich machen.

Das Märchen nach dem schweren Sturz

Der Erfolg der Italienerin grenzt an ein sportliches Wunder. Erst im Januar hatte der Technik-Spezialistin ihr Comeback im Weltcup gefeiert – knapp ein Jahr nach einem verheerenden Sturz in Moena. Damals hatte sie sich schwere Beinverletzungen zugezogen, ihr Schienbein war "nicht mehr richtig ausgerichtet" und wies ein Loch auf.

Trotz der Schmerzen ordnete die Athletin alles dem großen Traum unter: Heim-Olympia. "Vom Tag meiner Verletzung an habe ich mich voll und ganz dem Ziel verschrieben, an den Olympischen Spielen 2026 teilzunehmen", so Brignone. Dieses Ziel übertraf sie mit zwei Goldmedaillen und der Ehre, die italienische Flagge zu tragen. Nun nutzt sie das vorzeitige Saisonende, um ihre Rehabilitation professionell fortzusetzen.

Zukunft offen: War es der letzte Winter?

Ob die Fans die Ausnahmekönnerin in der kommenden Saison 2026/27 noch einmal auf der Piste sehen werden, ließ Brignone offen. In der Vergangenheit hatte sie bereits laut über ein mögliches Karriereende nachgedacht. "Wenn es nicht besser wird, seht ihr mich nächstes Jahr nicht mehr", hatte sie im Kontext ihrer schweren Verletzung betont und den täglichen Kampf gegen den Schmerz hervorgehoben.

Für die verbleibenden Weltcups in Val di Fassa, Are und beim Finale in Kvitfjell muss das italienische Team nun ohne sein Aushängeschild auskommen. Der Verband nominierte stattdessen unter anderem Sofia Goggia, Marta Bassino und Elena Curtoni, um die Saison abzuschließen.

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