Die deutschen Eiskunstläufer Minerva-Fabienne Hase und Nikita Volodin greifen bei der Weltmeisterschaft in Prag nach der Goldmedaille. Fünf Wochen nach ihrem sensationellen Bronze-Erfolg bei den Olympischen Winterspielen in Mailand liegt das Berliner Duo nach einem fehlerfreien Kurzprogramm in Führung. Die finale Entscheidung im Paarlauf fällt in der Kür am Donnerstagabend.

Hauchdünner Vorsprung vor der Konkurrenz

In der prager O2 Arena bewiesen die Aushängeschilder der Deutschen Eislauf-Union (DEU) zum Ende einer langen Saison eiserne Nerven. Mit einer Weltklasse-Darbietung zu Tango-Rhythmen sicherten sie sich 79,78 Punkte und gehen als Spitzenreiter in die Kür. Der Vorsprung auf die Verfolger ist allerdings minimal: Die georgischen Olympia-Zweiten Anastassia Metelkina und Luka Berulawa lauern mit 79,45 Punkten in direkter Schlagdistanz. Auf dem dritten Rang positionierten sich die Kanadier Lia Pereira und Trennt Michaud mit 75,52 Zählern. Das Feld an der Spitze wurde im Vorfeld etwas ausgedünnt, da die japanischen Olympiasieger und Titelverteidiger Miura Riku und Kihara Ryichi ihren Start absagen mussten.

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Olympia-Lehren als Schlüssel zum WM-Titel

Für Hase und Volodin bietet sich in Prag nicht nur die Chance auf den ersten gemeinsamen WM-Titel, sondern auch die Möglichkeit, ein kleines Trauma zu überwinden. Bereits bei den Olympischen Spielen in Mailand hatte das deutsche Top-Paar nach dem Kurzprogramm auf dem ersten Platz gelegen, musste nach Fehlern in der Kür jedoch die Spitze räumen und sich mit Bronze zufriedengeben. Als amtierende Vize-Weltmeister wollen sie aus diesen Erfahrungen lernen und ihre Führung dieses Mal bis zum Ende verteidigen. Die Entscheidung fällt am Donnerstag ab 18:15 Uhr.

Rückschlag für Hocke und Kunkel

Weniger glücklich verlief der WM-Auftakt für das zweite Berliner Paar. Annika Hocke und Robert Kunkel beendeten das Kurzprogramm nach einem Sturz von Hocke beim dreifachen Salchow nur auf dem zehnten Platz (65,35 Punkte). Für die ehemaligen EM-Dritten ist der Zug in Richtung der Medaillenränge damit vorzeitig abgefahren. Hocke zeigte sich nach dem Wettkampf selbstkritisch und betonte, dass der Fehler das Duo wertvolle vier Punkte gekostet habe.

Ausblick auf die weiteren Wettbewerbe

Neben der Medaillenentscheidung im Paarlauf richtet sich der deutsche Blick in den kommenden Tagen auf weitere Athleten. Im Eistanz starten Jennifer Janse van Rensburg und Benjamin Steffan ab Freitag mit dem klaren Ziel, nach einer enttäuschenden Olympia-Teilnahme das Kür-Finale zu erreichen. Zudem feiert der deutsche Meister Genrikh Gartung am Donnerstagmittag sein WM-Debüt. Der erst 18-jährige Vierfachspringer vertritt die deutschen Farben in der Männer-Konkurrenz und geht als jüngster Teilnehmer des gesamten Feldes an den Start.

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