Rund sechs Wochen nach ihrem schweren Sturz bei den Olympischen Winterspielen in Italien hat sich Lindsey Vonn erstmals ausführlich zu den dramatischen Folgen geäußert. Die 41-jährige Skirennfahrerin schilderte unerträgliche Schmerzen und offenbarte, wie eine rettende Notoperation sie vor bleibenden Schäden bewahrte.

Not-OP rettet das Bein der Speed-Queen

Nach der Einlieferung ins Krankenhaus erlebte die US-Amerikanerin ein regelrechtes Martyrium. Während einer Untersuchung im Computertomographen versagten laut eigenen Aussagen selbst stärkste Schmerzmittel wie Fentanyl und Morphin. Die Ausnahmesportlerin schrie aus voller Kehle nach Hilfe, da die Qualen in ihrem verletzten Bein unerträglich wurden und tief in ihrem Bewusstsein verankert blieben.

Teamarzt Tom Hackett begleitete sie in diesen bangen Stunden und erklärte den extremen Zustand: Bei der Athletin hatte sich nach der schweren Knie- und Unterschenkelverletzung ein gefährliches Kompartmentsyndrom gebildet. Dabei stieg der Druck im Gewebe derart drastisch an, dass es anzuschwellen drohte wie eine erhitzte Bratwurst auf dem Grill. Nur durch einen schnellen operativen Eingriff konnten die herbeigerufenen Mediziner den Druck ablassen und im schlimmsten Fall eine drohende Amputation verhindern.

Frust über Olympia-Fokus und ungewisse Zukunft

Mittlerweile befindet sich die 84-fache Weltcupsiegerin in ihrer Heimat in Park City im Bundesstaat Utah, wo sie nach einem vierten chirurgischen Eingriff in den USA mit der intensiven Rehabilitation begonnen hat. Trotz der körperlichen Strapazen blickt die Olympiasiegerin kämpferisch nach vorne. Dabei ärgert sie sich vor allem darüber, dass der Unfall ihre herausragenden sportlichen Leistungen überstrahlt. Vor den Spielen in Italien hatte sie ein historisches Comeback hingelegt und das Klassement als beste Abfahrerin der Welt dominiert.

Ob die US-Amerikanerin jemals wieder in den alpinen Zirkus zurückkehren wird, lässt sie ganz bewusst offen. Sie wolle sich keine Türen verschließen, da ihr künftiger Lebensweg völlig ungewiss sei. In den kommenden Jahren hält sie für sich alles für denkbar – von einer erneuten Rückkehr auf die Piste über einen Umzug nach Europa bis hin zur Gründung einer Familie.

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