Das Rätselraten hat ein Ende und die Katze ist aus dem Sack: Christopher Grotheer hängt den Schlitten an den Nagel. Unmittelbar nach dem Gewinn der Bronze-Medaille im Mixed-Wettbewerb bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo verkündete der deutsche Skeleton-Pilot sein sofortiges Karriereende – und sorgte damit für einen der kuriosesten Momente der Spiele. Denn während der Thüringer live im Fernsehen seinen Rücktritt erklärte, ahnte seine eigene Ehefrau im Deutschen Haus noch nichts von ihrem Glück.

Tränenreicher Abschied an der Seite von Jacqueline Pfeifer

Es war ein Abgang, der passender kaum hätte sein können. Fast 20 Jahre nachdem Christopher Grotheer und seine Teamkollegin Jacqueline "Jacka" Pfeifer ihre ersten gemeinsamen Fahrten im Eiskanal absolvierten, endete die Reise nun mit Edelmetall auf der größtmöglichen Bühne. Doch der Entschluss reifte kurzfristig. Wie der routinierte Pilot am ARD-Mikrofon verriet, hatte er erst am Tag zuvor die Eingebung gehabt und den Entschluss mit sich selbst ausgemacht.

„Ich habe mit ‚Jacka‘ zusammen angefangen, jetzt geht’s zu Ende“, erklärte Grotheer emotional. Für seine langjährige Weggefährtin war dieser Moment am Rande der Bahn überwältigend. Pfeifer kämpfte sichtlich mit den Tränen, verzichtete aber auf Überredungskünste. „Er hat alles erreicht, was man erreichen kann, und eine tolle Familie. Was will man mehr?“, kommentierte die Skeleton-Pilotin den Schritt ihres Partners verständnisvoll. Der Kreis schließt sich: Aufhören, wenn es am schönsten ist.

Kurioser Moment im Deutschen Haus: Ehefrau ahnungslos

Während der frischgebackene Rentner im Zielbereich Interviews gab, spielte sich im Deutschen Haus eine szene-reife Komödie ab. Grotheers Ehefrau Mary-Ann genoss gerade entspannt einen Aperol, als ihr Smartphone plötzlich vibrierte und nicht mehr stillstand. Da der Athlet seinen spontanen Entschluss nicht mit ihr abgesprochen hatte, erfuhr sie erst durch Glückwunschnachrichten von Freunden von der neuen Lebenssituation.

„Mir haben viele Freunde geschrieben, dass er jetzt für immer bei uns ist. Das war die totale Überrumpelung“, gestand Mary-Ann später. Doch statt eines Ehekrachs gab es pure Erleichterung: „Mir kamen Tränen der Freude.“ Der karrieretechnische Alleingang führte also nicht zu Verwerfungen, sondern direkt in eine große Liebeserklärung.

Ironischer Empfang und Zukunft mit der Familie

Als der Medaillengewinner schließlich selbst auf der Party erschien, bewies der DJ unfreiwilligen Humor. Aus den Boxen dröhnte Wolfgang Petrys Klassiker „Bronze, Silber und Gold hab‘ ich nie gewollt“ – eine steile These für jemanden, der sein Leben dem Leistungssport untergeordnet hat. Doch ab sofort gelten andere Prioritäten.

Statt kopfüber mit über 100 km/h durch den Eiskanal zu rasen, plant der Familienvater nun gemächlichere Abfahrten. Künftig will er maximal noch mit seiner dreijährigen Tochter Elsa die Rodelhänge unsicher machen – dann aber sicher sitzend auf dem Schlitten. Der Leistungssport verliert einen großen Namen, doch die Familie gewinnt einen Vollzeit-Papa zurück.

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