Anna-Lena Forster hat dem deutschen Team bei den Paralympischen Winterspielen einen Auftakt nach Maß beschert. Die Monoskifahrerin sicherte sich in Cortina d'Ampezzo die Goldmedaille in der Abfahrt und setzte sich in einem dramatischen Finale hauchdünn gegen die internationale Konkurrenz durch.

Goldener Auftakt in Cortina d'Ampezzo

Die 30-Jährige aus Radolfzell wurde ihrer Rolle als Topfavoritin gerecht, musste dafür jedoch bis zum letzten Meter kämpfen. Auf der anspruchsvollen Piste „Olympia delle Tofane“ erreichte Forster das Ziel in einer Zeit von 1:25,79 Minuten. Damit verwies sie ihre spanische Dauerkonkurrentin Audrey Pascual Seco mit einem minimalen Vorsprung von fünf Hundertstelsekunden auf den Silberrang. Die Bronzemedaille ging an Sitong Liu aus China, die bereits einen deutlichen Rückstand von 5,56 Sekunden aufwies.

Fünftes Gold: Meilenstein für die Fahnenträgerin

Für die deutsche Fahnenträgerin markiert dieser Sieg einen besonderen Meilenstein in ihrer beeindruckenden Karriere. Es ist ihre insgesamt fünfte Goldmedaille bei Paralympischen Spielen, aber die erste überhaupt in der Königsdisziplin Abfahrt. Vor vier Jahren in Peking hatte es für die Athletin vom BRSV Radolfzell in dieser Disziplin zu Silber gereicht.

„Das war ein richtiger Krimi“, gestand die überglückliche Siegerin nach dem Rennen. „Das Rennen selbst war sehr wild. Heute Morgen war ich super nervös, ich konnte nicht gut schlafen.“ Die Erleichterung war der Ausnahmeathletin anzumerken, denn eigentlich liegen ihre Stärken eher in den technischen Wettbewerben. Doch die kontinuierliche Arbeit an ihren Speed-Fähigkeiten zahlte sich nun in Italien aus.

Drama um Van Bergen und Nervenstärke im Finish

Der Wettkampf war geprägt von hoher Intensität und einem Schreckmoment. Barbara van Bergen, die im Training noch starke Zeiten gefahren war und als Mitfavoritin galt, verlor nach einem Sprung die Kontrolle. Die Niederländerin stürzte ins Fangnetz, konnte die Fahrt aber anschließend selbstständig beenden. Dieser Vorfall erhöhte den Druck auf die direkt im Anschluss startende Forster zusätzlich.

Die Deutsche zeigte jedoch mentale Stärke. Trotz eines kleinen Wacklers im Mittelteil meisterte sie die 2.105 Meter lange Strecke souverän. Während Konkurrentin Seco im mittleren Abschnitt Zeit gutmachte und zwischenzeitlich führte, spielte Forster im Schlussabschnitt ihre ganze Routine aus und rettete den entscheidenden Vorsprung über die Ziellinie. Damit ist der Grundstein für mögliche weitere Erfolge bei diesen Spielen gelegt.

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