Tadej Pogacar startet mit einer beeindruckenden Machtdemonstration in die neue Radsport-Saison. Der slowenische Weltmeister gewinnt den Schotter-Klassiker Strade Bianche nach einer 80 Kilometer langen Solo-Flucht. Sein Teamchef schickt im Anschluss eine unmissverständliche Warnung an das restliche Fahrerfeld.

„Stärker als je zuvor“: Gianetti warnt die Konkurrenz

Es war ein Auftakt nach Maß für den Kapitän des UAE Team Emirates. Nach seinem souveränen Triumph in der Toskana ließ Teamchef Mauro Gianetti keinen Zweifel daran, dass der ohnehin schon überragende Slowene im Winter weitere Fortschritte gemacht hat. „Tadej ist stärker als je zuvor, er wird immer besser. Er überrascht uns immer wieder“, fasste Gianetti die Leistung seines Schützlings zusammen.

Das Team war sich der herausragenden Verfassung seines Superstars im Vorfeld durchaus bewusst. Laut Gianetti ließen bereits die Trainingsdaten erahnen, wozu der Weltmeister beim ersten Härtetest des Jahres fähig sein würde. Dennoch betonte der Teamchef die sportliche Leistung: „Selbst Tadej muss noch fahren und gewinnen, auch wenn es manchmal so aussieht, als wäre es ganz einfach für ihn.“

Rekordhalter in Siena: Die beeindruckenden Zahlen zum Sieg

Der Rennverlauf las sich wie ein Spiegelbild vergangener Erfolge. Nach insgesamt 203 Kilometern, von denen 64 auf den berüchtigten weißen Schotterpisten ausgetragen wurden, erreichte der Ausnahmeathlet die Piazza del Campo in Siena völlig alleingelassen. Eine Minute hinter ihm überquerte der erst 19-jährige Franzose Paul Seixas (Decathlon) die Ziellinie. Das Podium komplettierte Isaac del Toro, Pogacars mexikanischer Teamkollege (+1:09 Minuten).

Mit diesem Sieg schreibt der Slowene Radsport-Geschichte: Er feierte seinen mittlerweile vierten Triumph bei der Strade Bianche und steigt damit zum alleinigen Rekordhalter auf. Bereits 2022, 2024 und im von einem Sturz geprägten Vorjahr hatte er das Rennen dominiert und jeweils rund 80 Kilometer vor dem Ziel die entscheidende Attacke gesetzt. Zu Ehren seines Titel-Hattricks hatten die Veranstalter kürzlich sogar einen Gravel-Abschnitt nach ihm benannt.

Bescheidenheit beim Sieger und Ausblick auf Mailand-Sanremo

Trotz der erneuten Solo-Show rückte der Tagessieger selbst lieber seine Helfer ins Rampenlicht. „Es war traumhaft zu sehen, wie wir als Team zusammengearbeitet haben. Ich bin einfach sehr glücklich“, resümierte der Sieger und sprach von einem „tollen Saisonstart“.

Viel Zeit zum Feiern bleibt dem amtierenden Weltmeister allerdings nicht. Bereits am 21. März steht mit Mailand-Sanremo das erste Radsport-Monument des Jahres auf dem Programm. Es ist einer von nur zwei großen Klassikern, die noch in der Trophäensammlung des Slowenen fehlen. Dort wird es zum mit Spannung erwarteten Aufeinandertreffen mit seinem großen Konkurrenten Mathieu van der Poel kommen.

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