Die Paralympischen Winterspiele in Norditalien beginnen am kommenden Freitag mit einem deutlichen politischen Signal. Während Hunderte Athletinnen und Athleten zur großen Eröffnungsfeier in das historische Amphitheater von Verona einziehen, wird die deutsche Delegation dem Spektakel fernbleiben. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) reagiert damit auf die Zulassung russischer und belarussischer Flaggen und setzt ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine.

Verzicht auf die Show als Zeichen der Freundschaft

Obwohl die Olympischen Winterspiele an denselben Austragungsorten gerade erst Geschichte sind, steht der Sportwelt in Italien das nächste Großereignis bevor. Doch der Auftakt wird von der geopolitischen Lage überschattet. Das deutsche Team verzichtet bewusst auf die Teilnahme an der Zeremonie in der Arena di Verona. Dies ist ein direkter Akt der Freundschaft gegenüber der ukrainischen Mannschaft, die der Feier ebenfalls fernbleibt.

Hintergrund ist die Entscheidung, dass Athleten aus Russland und Belarus trotz des anhaltenden Angriffskrieges gegen die Ukraine und der Unterstützung durch Belarus unter ihren nationalen Flaggen auftreten dürfen. An den sportlichen Wettbewerben selbst ändert dieser politische Protest jedoch nichts: Die deutschen Para-Sportler werden wie geplant an den Start gehen.

Das DBS-Aufgebot: Routiniers und Neulinge

Insgesamt entsendet der Deutsche Behindertensportverband 40 Athletinnen und Athleten nach Italien, davon 11 Frauen und 29 Männer. Die Zusammensetzung des Kaders bietet eine interessante Mischung: Rund die Hälfte des Teams verfügt bereits über Erfahrung bei Paralympischen Spielen, während das Großereignis für den anderen Teil eine Premiere darstellt.

Die Medaillenjagd findet in sechs verschiedenen Disziplinen statt:

  • Para Ski alpin
  • Para Snowboard
  • Rollstuhlcurling
  • Para Biathlon
  • Para Skilanglauf
  • Para Eishockey

Historische Rückkehr der Para-Eishockey-Nationalmannschaft

Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Eishockey-Team. Erstmals seit langer Zeit konnte sich eine deutsche Auswahl wieder für diesen Wettbewerb qualifizieren. Für alle Spieler im Kader ist es die erste Teilnahme an Olympischen bzw. Paralympischen Spielen. In dieser dynamischen Disziplin, die auf speziellen Schlitten ausgetragen wird, wollen die Deutschen beweisen, dass sie mit der Weltspitze mithalten können.

Aussichtsreiche Kandidaten auf Edelmetall

Die größten Hoffnungen auf Podestplätze ruhen vor allem auf den etablierten Kräften im Schneesport. Im Para Ski alpin zählt Anna-Lena Forster zum engsten Favoritenkreis. Die Athletin, die von Geburt an mit einer Beinbehinderung lebt, jagt auf ihren Spezial-Prothesen die Pisten hinunter und hat bereits in der Vergangenheit ihre Klasse bewiesen.

Auch im nordischen Bereich ist das deutsche Team stark aufgestellt. Anja Wicker soll im Para Biathlon und im Skilanglauf um Medaillen kämpfen. Bei den Herren gilt es, besonders auf Marco Maier, Sebastian Marburger, Nico Messinger und Lennart Volkert zu achten, denen Experten ebenfalls Chancen auf vordere Platzierungen einräumen.

Sportfans können die Wettbewerbe und die Jagd nach den Medaillen in den Übertragungen von ARD und ZDF verfolgen.

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