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Headcoach Steve Kerr wird in der kommenden Saison voraussichtlich nicht an die Seitenlinie der Golden State Warriors zurückkehren. Einem Medienbericht zufolge steht der 60-Jährige kurz davor, seine überaus erfolgreiche Amtszeit in der nordamerikanischen Profiliga zu beenden, was das Ende einer historischen NBA-Ära markieren würde.

Finanzielle Anreize reichen für einen Verbleib nicht aus

Wie der US-Sender NBC unter Berufung auf gut unterrichtete Ligakreise berichtet, deutet alles auf einen baldigen Rückzug des Cheftrainers hin. Lediglich eine unvorhergesehene, kurzfristige Änderung der Rahmenbedingungen könne diesen Schritt noch abwenden. Bemerkenswert dabei: Offenbar kann kein finanzielles Angebot der Welt den Erfolgscoach zum Weitermachen bewegen. Vielmehr müsse der gebürtige Libanese den festen Glauben an seine Rolle als Verantwortlicher der Franchise aus Kalifornien zurückgewinnen.

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Der Taktikfuchs selbst hatte seine sportliche Zukunft nach dem frühen Playoff-Aus in dieser Spielzeit bewusst offengelassen. Er kündigte an, zunächst Abstand gewinnen zu wollen, um anschließend das Gespräch mit der Klubführung zu suchen. Bereits damals ließ er durchblicken, dass Trainerjobs im Profisport ein natürliches Ablaufdatum besitzen.

Vier Meisterschaften und eine sportliche Revolution

Ein Abschied würde eine der beeindruckendsten Erfolgsgeschichten der modernen Sportwelt abschließen. Der ehemalige Guard übernahm das Team im Jahr 2014 und stellte bereits in seiner Debütsaison mit 67 Siegen einen Franchise-Rekord auf. Zusammen mit dem legendären Trio um Stephen Curry, Klay Thompson und Draymond Green prägte er eine Dynastie, die den Warriors vier Meisterschaften in den Jahren 2015, 2017, 2018 und 2022 einbrachte.

Darüber hinaus veränderte diese Mannschaft die Art und Weise, wie Basketball weltweit gespielt wird. Der starke Fokus auf den Distanzwurf von der Dreierlinie wurde unter seiner Regie zur Blaupause für die gesamte Liga. Das Duo Curry und Thompson dominierte als kongeniales Gespann und stellte unzählige Rekorde auf, während der Cheftrainer die perfekte taktische Umgebung für ihre Fähigkeiten schuf.

Vom Rollenspieler zum meinungsstarken Leitwolf

Schon vor seiner Zeit als Trainer wusste der heute 60-Jährige auf dem Parkett zu glänzen. Als verlässlicher Schütze gewann er an der Seite von Michael Jordan mit den Chicago Bulls zwischen 1996 und 1998 drei Titel in Serie. Einen weiteren Ring sicherte er sich 2003 im Trikot der San Antonio Spurs. Auch international krönte er seine Karriere kürzlich, indem er das US-Team in Paris als Headcoach zu olympischem Gold führte.

Neben seinen sportlichen Verdiensten hat sich der Ex-Profi zudem als wichtige gesellschaftliche Stimme abseits des Feldes etabliert. Er nutzt seine Reichweite regelmäßig, um politische Missstände in den USA anzuprangern, und setzt sich dabei besonders vehement für strengere Waffengesetze ein.

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