René Wagner übernimmt mit sofortiger Wirkung das Amt des Cheftrainers beim 1. FC Köln. Der bisherige Assistent tritt die Nachfolge des entlassenen Lukas Kwasniok an und soll den kriselnden Traditionsverein vor dem Absturz aus der Bundesliga bewahren.

Vom Assistenten zum Hoffnungsträger

Am Montag leitete der neue Übungsleiter bereits seine erste Einheit am Geißbockheim. Für René Wagner ist es die erste Station als hauptverantwortlicher Trainer im Profibereich. Er erbt eine sportlich hochbrisante Situation: Nach nur zwei Siegen aus den vergangenen 18 Ligaspielen sahen sich die Verantwortlichen der Rheinländer gezwungen, die Reißleine zu ziehen und Lukas Kwasniok freizustellen. Aktuell rangiert der 1. FC Köln auf dem 15. Tabellenplatz, nur einen Wimpernschlag vor der Abstiegszone.

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Bei seiner offiziellen Vorstellung präsentierte sich der Kwasniok-Nachfolger ruhig, sachlich und extrem fokussiert. Den Schritt vom vertrauten Co-Trainer, der naturgemäß einen sehr engen Draht zur Mannschaft pflegte, zum entscheidenden Chefposten bezeichnete er als große Herausforderung. Die veränderte Rolle im Kadergefüge nimmt er dabei bewusst an, denn das klare Ziel für die verbleibende Spielzeit lautet einzig und allein: Klassenerhalt.

Die Suche nach der sportlichen Balance

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt dem neuen Chefcoach nicht, auch wenn die aktuelle Länderspielpause ihm immerhin zwei Wochen Vorbereitungszeit verschafft. Danach wartet mit Eintracht Frankfurt direkt ein schwerer Prüfstein auf die Geißböcke. Wagner betonte gegenüber den Medienvertretern, dass der Mannschaft oft nur wenige Prozentpunkte zum Erfolg gefehlt hätten. Tatsächlich brach das Team in der jüngeren Vergangenheit selten komplett ein. Vielmehr war es eine Mischung aus fehlendem Spielglück und bitteren individuellen Aussetzern, die wichtige Punkte kostete.

Das elementare Problem des Kölner Spiels lag in den vergangenen Monaten in der fehlenden Ausgewogenheit. Agierte die Mannschaft offensiv mutig, offenbarte sie eklatante Lücken in der Rückwärtsbewegung. Setzte man hingegen auf eine kompakte Defensive, mangelte es im Angriff an Durchschlagskraft. Genau an dieser taktischen Balance muss Wagner nun den Hebel ansetzen. Konkrete taktische Umwälzungen wollte der neue starke Mann an der Seitenlinie noch nicht verraten – die harte Arbeit auf dem Trainingsplatz hat für ihn in diesen Tagen absolute Priorität.

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