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DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig hat sich am Dienstag in Düsseldorf schützend vor Bundestrainer Julian Nagelsmann gestellt. Dabei übte der Funktionär deutliche Kritik an Uli Hoeneß, nachdem der Ehrenpräsident des FC Bayern München die Arbeit des Nationaltrainers öffentlich infrage gestellt hatte.

Verbales Echo vom DFB: Rettig weist Hoeneß-Zeugnis zurück

Auf einer Veranstaltung des Heimatvereins Düsseldorfer Jonges ließ der langjährige Bundesliga-Funktionär seinem Unmut freien Lauf. Er zeigte sich erstaunt über die jüngsten Aussagen aus München und bezeichnete die Angriffe auf den DFB-Coach als schlichtweg unnötig. Niemand beim Deutschen Fußball-Bund habe den Bayern-Patriarchen darum gebeten, ein Zwischenzeugnis für den Nationaltrainer auszustellen, betonte Rettig und stellte die Motivation hinter den Attacken öffentlich infrage.

Auch den Vorwurf von Hoeneß, der 38-jährige Übungsleiter habe nach einem Gespräch leicht beleidigt reagiert, wies Rettig entschieden zurück. In der gemeinsamen Zeit beim DFB habe sich der Ex-Leipziger hochprofessionell verhalten. Dass es intern ab und zu krache, sei im Leistungssport normal, doch eine beleidigte Reaktion habe er nie erlebt. Vielmehr liege die Wahrnehmung solcher Gespräche oft am Absender der Botschaft, stichelte der DFB-Direktor in Richtung Säbener Straße.

Fakten-Check: Verletzungspech und Bayerns gescheiterte Rückholaktion

Neben der persönlichen Ebene konterte der DFB-Boss auch die sportliche Kritik aus München. Dass die deutsche Auswahl laut Hoeneß rund einen Monat vor Turnierstart noch nicht perfekt eingespielt sei, erklärte Rettig mit massiven Personalsorgen. In den vergangenen sechs Länderspielen fehlten verletzungsbedingt in der Spitze bis zu zehn Nationalspieler. Diese Ausfälle könne man dem sportlichen Leiter absolut nicht ankreiden.

Abschließend erinnerte der erfahrene Sportmanager an die jüngste Vergangenheit des deutschen Rekordmeisters. Schließlich zahlte der FC Bayern einst eine Ablöse von über 20 Millionen Euro an RB Leipzig, um den Taktik-Experten an die Isar zu lotsen. Zudem versuchten die Münchner erst im Frühjahr 2024, den gebürtigen Landsberger für eine zweite Amtszeit zu gewinnen. Diese klaren Bemühungen und Erfolge wie die Siege über Paris Saint-Germain würden laut Rettig deutlich für die unbestrittene Qualität des Bundestrainers sprechen.

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