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Bayer Leverkusen steht vor einem personellen Umbruch an der Seitenlinie. Da unter dem aktuellen Trainer Kasper Hjulmand das anvisierte Saisonziel Champions League zunehmend in weite Ferne rückt, haben die Verantwortlichen der Werkself offenbar den Spanier Míchel vom FC Girona als potenziellen Nachfolger für den kommenden Sommer ausgemacht.

Königsklasse in Gefahr: Rolfes unter Zugzwang

Die aktuelle Spielzeit der Leverkusener gleicht einer Achterbahnfahrt. Nach dem schnellen und krachenden Scheitern von Erik ten Hag, der bereits nach drei Partien entlassen wurde, sollte der ehemalige dänische Nationalcoach Kasper Hjulmand das Ruder herumreißen. Zwar gelang es ihm, die Mannschaft nach dem anfänglichen Chaos zu stabilisieren, doch die fehlende Konstanz zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. Einem beeindruckenden 4:1-Erfolg gegen RB Leipzig folgte prompt eine bittere 1:3-Pleite beim VfB Stuttgart. Mit einem Punkteschnitt von 1,77 wandelt Hjulmand zwar statistisch auf den Spuren der Leverkusener Trainer-Legende Christoph Daum, doch für die hohen Ansprüche des Meisters von 2024 reicht das angesichts der höchstwahrscheinlich verpassten Qualifikation für die Königsklasse nicht aus. Geschäftsführer Sport Simon Rolfes steht bei der Trainerfrage nun enorm unter Druck.

Das Märchen von Girona: Wer ist Wunschkandidat Míchel?

Ganz oben auf der Leverkusener Liste steht Medienberichten zufolge der 50-jährige Míchel. Der Übungsleiter leistet beim FC Girona seit 2021 bemerkenswerte Arbeit. Er führte den Klub nicht nur aus der zweiten Liga zurück ins spanische Oberhaus, sondern krönte seine Aufbauarbeit in der Saison 2023/24 mit einer historischen Sensation: Platz drei und die erstmalige Qualifikation für die Champions League. Auch wenn die Katalanen aktuell im harten Abstiegskampf stecken, hat sich der Spanier durch seine offensive und mutige Spielphilosophie internationales Renommee erarbeitet. Da sein Vertrag im kommenden Sommer nach fünf Jahren endet, wäre der Weg für seinen ersten Job bei einem europäischen Top-Klub frei.

Spanische Connection als Trumpf für die Werkself

Für eine Verpflichtung des Erfolgscoaches spricht nicht nur dessen taktische Ausrichtung, die perfekt in die sportliche DNA der Rheinländer passt. Míchel bereitet sich bereits akribisch auf den nächsten Karriereschritt vor und lernt intensiv Englisch, um in der Bundesliga oder der Premier League Fuß fassen zu können. Ein entscheidender Vorteil für Bayer könnte zudem die Kaderstruktur sein. Mit Alejandro Grimaldo, Lucas Vázquez, Equi Fernández und Exequiel Palacios stehen bereits mehrere spanischsprachige Akteure im Aufgebot. Besonders brisant: Míchel würde in Leverkusen auf seinen ehemaligen Mittelfeldstrategen Aleix García treffen. Unter der Ägide des Spaniers absolvierte García 117 Partien für Girona und steigerte seinen Marktwert fulminant von 1,8 auf 25 Millionen Euro, bevor er 2024 für 18 Millionen Euro nach Leverkusen wechselte. Eine Wiedervereinigung könnte das spielerische Potenzial der Mannschaft neu entfachen.

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