Borussia Dortmund treibt die Personalplanungen für die kommende Saison voran und hat dabei offenbar ein Auge auf die englische Premier League geworfen. Aktuellen Medienberichten zufolge steht Archie Gray von Tottenham Hotspur ganz oben auf der Wunschliste der Schwarz-Gelben. Der 19-Jährige gilt als potenzieller Kandidat, um die Lücke zu füllen, die der scheidende Julian Brandt im Mittelfeld hinterlassen wird.

Variabler Lichtblick im Londoner Abstiegskampf

Obwohl der junge Engländer als Brandt-Erbe gehandelt wird, unterscheiden sich die Spielerprofile auf den ersten Blick deutlich. Während der erfahrene BVB-Star meist als offensiver Taktgeber agiert, ist das Top-Talent aus London wesentlich defensiver ausgerichtet. Bei den Spurs kommt der Youngster nicht nur im zentralen und defensiven Mittelfeld zum Zug, sondern stellt seine Flexibilität auch auf der linken und rechten defensiven Außenbahn unter Beweis.

In einer sportlich desolaten Saison der Hauptstädter, die völlig überraschend gegen den Abstieg kämpfen, gehört der Junioren-Nationalspieler zu den wenigen positiven Konstanten. In 19 Ligaspielen verbuchte er wettbewerbsübergreifend bereits zwei Treffer und zwei Vorlagen, sammelte zudem wertvolle Spielpraxis in der Champions League. Trotz dieser ordentlichen persönlichen Bilanz stagniert sein Marktwert aktuell bei rund 35 Millionen Euro.

Millionen-Ablöse fordert Dortmunder Kreativität

Ein Transfer an den Rheinlanddamm dürfte sich jedoch als enormer finanzieller Kraftakt erweisen. Tottenham überwies erst im vergangenen Sommer mehr als 40 Millionen Euro an Leeds United und stattete den vielseitigen Defensiv-Allrounder mit einem langfristigen Vertrag bis 2030 aus. Ein Schnäppchen ist der hoch veranlagte Teenager für den Bundesligisten somit definitiv nicht.

Um das Gesamtpaket überhaupt stemmen zu können, müsste der BVB wohl zunächst frische Transfereinnahmen generieren. Hierbei rückt Felix Nmecha ins Zentrum der Überlegungen. Der 25-jährige Mittelfeldakteur könnte laut Spekulationen für eine beträchtliche Summe in die englische Eliteklasse wechseln, womit die nötigen finanziellen Mittel für den Gray-Deal freigemacht würden. In Fankreisen wird alternativ auch bereits über ein zweijähriges Leihgeschäft diskutiert, da die Spurs ihr Juwel kaum mit einem Transferminus abgeben werden.

Fakt ist, dass der personelle Umbruch in Dortmund nach der bestätigten Trennung von Julian Brandt konkrete Züge annimmt. BVB-Sportchef Lars Ricken hatte das ablösefreie Aus des Routiniers erst kürzlich offiziell verkündet. Ob nun das begehrte Insel-Talent die Dortmunder Zentrale künftig stabilisiert, wird maßgeblich von den kommenden Wochen und eventuellen Verkäufen abhängen.

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