Im letzten Testspiel vor der Nominierung des finalen WM-Kaders hat Deniz Undav die deutsche Nationalmannschaft vor einem überraschenden Dämpfer bewahrt. Der Stürmer des VfB Stuttgart sicherte dem DFB-Team beim 2:1-Erfolg gegen Ghana in seiner sportlichen Heimat mit einem Treffer in der 88. Minute den Sieg.

Kai Havertz trifft vom Punkt – Stürmerfrage bleibt spannend

Bundestrainer Julian Nagelsmann sorgte in der Startformation für eine kleine Überraschung und beorderte Nick Woltemade in das Sturmzentrum. Kai Havertz, der zuletzt oft an vorderster Front agierte, rückte dafür auf den rechten Flügel. Während der Arsenal-Profi die deutsche Auswahl kurz vor dem Pausenpfiff per Foulelfmeter mit 1:0 in Führung brachte (45.+3), blieb Woltemade unglücklich im Abschluss und ließ zwei hochkarätige Möglichkeiten ungenutzt. Das drängende Thema um die ideale Besetzung im deutschen Angriff blieb somit auch im Härtetest gegen die physisch starken Westafrikaner allgegenwärtig.

Jokertor in Stuttgart: Undav beweist seinen Torinstinkt

Das Publikum in Stuttgart forderte schon in der ersten Halbzeit lautstark seinen Lokalmatadoren. Zu Beginn der zweiten Hälfte reagierte Nagelsmann und brachte Deniz Undav in die Partie. Der 29-Jährige war auf dem Rasen zunächst kaum eingebunden, bewies aber in der entscheidenden Phase seinen unnachahmlichen Torriecher. Nach einer maßgeschneiderten Kopfballvorlage des ebenfalls eingewechselten Leroy Sané nahm Undav den Ball technisch anspruchsvoll mit dem linken Oberschenkel mit und vollstreckte mit dem rechten Bein zum umjubelten 2:1-Endstand (88.). Ein typischer Treffer, der die Vorfreude auf das anstehende WM-Turnier im deutschen Lager hochhält.

Nagelsmann hält an fester Rollenverteilung fest

Trotz seines perfekten Abends und der großen Unterstützung von den Rängen fand der Matchwinner nach dem Schlusspfiff auch kritische Worte. Undav verurteilte die vereinzelten Pfiffe der Fans bei der Einwechslung von Leroy Sané scharf und forderte Zusammenhalt ein. Auch der Bundestrainer stellte sich schützend vor seinen Flügelspieler. Rein sportlich dämpfte Nagelsmann jedoch die Hoffnungen seines Siegtorschützen auf einen festen Platz in der Startelf. Die Rollen für die kommende Weltmeisterschaft seien klar kommuniziert worden: Der formstarke Stuttgarter bleibt der designierte Edel-Joker, der zuschlagen soll, wenn die gegnerischen Abwehrreihen müde werden. Gegen Ghana ging dieser Plan perfekt auf.

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