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Die SG Dynamo Dresden und die gesamte Fußballwelt trauern um einen außergewöhnlichen Sportler. Der ehemalige DDR-Nationalspieler und langjährige Top-Torjäger Hans-Jürgen „Hansi“ Kreische ist in der Nacht zum 1. April im Alter von 78 Jahren gestorben. Dies gab der Traditionsverein offiziell bekannt.

Ein Leben für Dynamo Dresden: Rekorde für die Ewigkeit

Hans-Jürgen Kreische prägte die erfolgreichste Ära der Schwarz-Gelben wie kaum ein Zweiter. Der gebürtige Dresdner schloss sich bereits im Alter von zehn Jahren der SGD an und feierte mit 17 Jahren sein Debüt in der Männermannschaft gegen den SC Leipzig. Dabei stellte der pfeilschnelle Stürmer seinen Torriecher direkt mit seinem ersten Treffer unter Beweis. In den 1970er Jahren reifte er zum absoluten Ausnahmespieler und führte sein Team zu fünf DDR-Meisterschaften sowie einem Pokalsieg.

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Seine persönliche Bilanz ist bis heute ein Monument der Vereinsgeschichte: In 344 Pflichtspielen, darunter 37 Einsätze im Europapokal, erzielte der Offensivmann beeindruckende 188 Tore und bereitete 74 weitere Treffer vor. Viermal sicherte er sich die Torjägerkanone der Oberliga. 1973 wurde diese herausragende Konstanz mit der Auszeichnung zum Fußballer des Jahres gekrönt, bevor er seine aktive Laufbahn mit 30 Jahren beendete.

Erfolge auf internationaler Bühne und treuer Vereinsdiener

Auch über die Vereinsgrenzen hinaus hinterließ der Angreifer tiefe Spuren. Für die DDR-Nationalmannschaft absolvierte er 50 Länderspiele. Ein besonderer Höhepunkt seiner Karriere war die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 1974, bei der er in drei der sechs Partien auf dem Platz stand.

Nach dem Ende seiner Spielerkarriere blieb er seiner großen Liebe stets verbunden. In der sportlich schwierigen Phase der Saison 1995/96 übernahm er kurzzeitig das Amt des Cheftrainers. Eine späte, aber enorm wertvolle Rückkehr feierte er 2014, als ihn der damalige Sportgeschäftsführer Ralf Minge als Scout und Unterstützer für die Nachwuchs-Akademie zurück an die Elbe holte.

Gedenkminute gegen Hertha BSC

Die Nachricht seines Todes löste in Dresden große Bestürzung aus. Weggefährte Ralf Minge erinnerte sich an einen Mann, der magische Momente auf den Rasen zaubern konnte und zu dem Generationen von Spielern aufblickten. Auch Dynamos Präsident Ronny Rehn betonte die enorme Lücke, die der 78-Jährige hinterlässt, und würdigte seine unschätzbare Expertise, von der der Verein bis zuletzt profitierte.

Um ihr Idol gebührend zu verabschieden, wird die Mannschaft der SG Dynamo Dresden im anstehenden Spiel gegen Hertha BSC mit einem Trauerflor auflaufen. Zudem ist im Stadion eine Gedenkminute geplant, in der die Fans noch einmal Abschied von einer wahren Legende nehmen können.

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