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Bayern-Sportvorstand Max Eberl hat sich schützend vor Jamal Musiala gestellt und den Aussagen des ehemaligen Münchner Vorstandschefs Oliver Kahn vehement widersprochen. Kahn hatte dem formschwachen Offensivstar geraten, auf die anstehende Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko zu verzichten. Eberl hält von diesem Vorschlag nichts und sichert dem DFB-Nationalspieler stattdessen die volle Unterstützung zu.

Klares Veto von Eberl: Kein WM-Verzicht für Bayern-Star

Einem Spitzensportler vor dem größten Sportereignis der Welt zu einem Verzicht zu raten, ist für Max Eberl schlichtweg unvorstellbar. Gegenüber Sky machte der Sportvorstand des FC Bayern München deutlich, dass Musiala seinen Weg gehen werde. Der 50-Jährige räumte zwar ein, dass die Reintegration des Spielers nach seiner komplizierten Verletzung Zeit benötige, betonte aber gleichzeitig den immensen Wert des DFB-Stars. Selbst wenn der pfeilschnelle Dribbler nicht bei absoluter Top-Fitness anreisen sollte, sei er ein Akteur, den man gerne auf der Bank habe, um in entscheidenden Momenten besondere Impulse zu setzen.

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Die Vorgeschichte: Schwere Verletzung bremst den Edeltechniker

Hintergrund der hitzigen Debatte ist eine lange Leidenszeit des Offensivkünstlers. Musiala hatte sich im vergangenen Sommer bei der Klub-WM das Wadenbein gebrochen und sich schwer am Sprunggelenk verletzt. Nach einer Operation fiel er bis zum Jahresbeginn aus. Seit seinem Comeback sucht der Ausnahmespieler nach seinem Rhythmus. In neun Bundesligaspielen verbuchte er lediglich einen Treffer und zwei Vorlagen. Eine erneute Schmerzreaktion am Knöchel zwang ihn kürzlich zu einer weiteren Zwangspause, weshalb er auch die Länderspiele im März verpasste. Genau diese fehlende Spielpraxis rief Oliver Kahn auf den Plan, der im TV-Talk Triple forderte, Musiala müsse zunächst an sich arbeiten und wieder bereit sein, bevor er an das Turnier denke.

Gegenwind von Hamann, Rückendeckung von Nagelsmann

Kahn steht mit seiner Skepsis nicht alleine da. Auch TV-Experte Dietmar Hamann äußerte Bedenken und verwies auf das schrumpfende Zeitfenster von nur noch rund sieben Wochen bis zum Turnierstart. Es müsse nun alles perfekt laufen, damit der Münchner überhaupt ein Thema für die Weltmeisterschaft werde. Bundestrainer Julian Nagelsmann zeigt sich hingegen deutlich entspannter. Zwar wisse auch er um die knappe Zeit, doch er traue seinem Schützling die Rückkehr auf einhundert Prozent Leistungsfähigkeit rechtzeitig zu. Max Eberl ist sich derweil sicher: Irgendwann wird der Moment kommen, in dem auf dem Platz etwas Außergewöhnliches passiert – und alle Zweifel sind wie weggeblasen.

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