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Aufatmen an der Säbener Straße: Der FC Bayern München entgeht nach den Fan-Ausschreitungen im dramatischen Champions-League-Spiel gegen Real Madrid einer erneuten Stadionsperre. Die UEFA belegte den deutschen Rekordmeister am Donnerstag stattdessen mit Geldstrafen in Höhe von insgesamt fast 60.000 Euro. Damit darf das anstehende Halbfinale in der Königsklasse gegen Paris Saint-Germain vor vollem Haus in der Allianz Arena stattfinden.

UEFA bittet den Rekordmeister nach Jubel-Eskalation zur Kasse

Die bange Frage, ob die Münchner im wichtigsten Heimspiel der laufenden Saison auf die Unterstützung ihrer treuesten Anhänger verzichten müssen, ist vom Tisch. Wie aus dem offiziellen Strafendokument der UEFA hervorgeht, wird das Eindringen der Fans in den Innenraum beim 4:3-Erfolg über Real Madrid mit einer Buße von 40.000 Euro sanktioniert. Zusätzlich müssen die Bayern 14.000 Euro für das Blockieren von öffentlichen Durchgängen sowie 5.625 Euro für das Werfen von Gegenständen zahlen.

Von einer Teil-Schließung der Südkurve sieht der europäische Fußballverband jedoch ab. Ein wichtiges Signal für die Mannschaft, denn erst Ende Januar mussten die Münchner im Duell gegen Union Saint-Gilloise einen solchen Zuschauer-Ausschluss im Stehplatzbereich hinnehmen. Das Halbfinal-Hinspiel gegen den französischen Meister PSG kann nun mit der vollen Wucht der heimischen Kulisse bestritten werden.

Verletzte Fotografen: Bayern-Fans bitten um Entschuldigung

Auslöser für die Untersuchung war die wilde Schlussphase der vergangenen Woche. Nach dem späten Siegtreffer von Michael Olise in der vierten Minute der Nachspielzeit kannten die Emotionen keine Grenzen mehr. Einige Anhänger stürmten an die Werbebanden der Südkurve, um den Treffer gemeinsam mit der Mannschaft zu feiern. Dabei kam es zu unschönen Szenen, als mehrere dort postierte Fotografen schlichtweg überrannt wurden.

Ein betroffener Medienvertreter schilderte die bangen Momente eindrücklich: Er sei bewusstlos am Boden liegen geblieben und erst wieder zu sich gekommen, als der Platz bereits geräumt war. Der Fotograf trug Prellungen und Schmerzen davon.

Inzwischen hat eine Aufarbeitung des Vorfalls begonnen. Die Fan-Dachorganisation Club Nr. 12 drückte ihr Bedauern über die Vorfälle aus. Der FC Bayern suchte umgehend den Dialog und vermittelte zwischen den beteiligten Anhängern und den Verletzten. Laut der Fan-Organisation handelte es sich um versehentliche Verletzungen, für die sich die entsprechenden Personen bereits entschuldigt haben. Eine schnelle und transparente Kommunikation, die wohl auch bei der Urteilsfindung der UEFA positiv ins Gewicht fiel.

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