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Bayern-Präsident Herbert Hainer hat die jüngsten Äußerungen von Oliver Kahn bezüglich Jamal Musiala scharf kritisiert. Kahn hatte dem deutschen Nationalspieler kürzlich geraten, auf die anstehende Weltmeisterschaft in Nordamerika zu verzichten. Die Vereinsführung des deutschen Rekordmeisters weist diesen Vorstoß nun entschieden zurück.

Klare Rückendeckung für den Nationalspieler

Der Münchner Vorstandsboss zeigte absolut kein Verständnis für die Ratschläge des ehemaligen Torhüters. Hainer betonte, dass jeder Fußballer den Traum habe, bei einer Weltmeisterschaft auf dem Platz zu stehen. Wenn der 23-Jährige körperlich fit sei, gehöre er zu den absoluten Ausnahmespielern im deutschen Fußball. Jede Mannschaft der Welt würde sich glücklich schätzen, einen solchen Akteur in ihren Reihen zu haben.

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Zudem verwies der Präsident auf die jüngsten sportlichen Erfolge des Offensivmannes. Spiel für Spiel nähere sich der Edeltechniker seiner Bestform an. Besonders das historische 101. Tor, das er kürzlich erzielen konnte, sei der verdiente Lohn für seine harte Arbeit. Wenn er gesund bleibe, so Hainer unmissverständlich, müsse er zwingend mit zur WM reisen.

Schwere Verletzung als Ursprung der Debatte

Hintergrund der hitzigen Diskussion ist die lange Leidenszeit des Mittelfeldspielers. Bei der Klub-WM im vergangenen Sommer hatte er sich schwer verletzt: Neben einem ausgerenkten linken Sprunggelenk zog er sich auch einen Wadenbeinbruch zu. Nach einer notwendigen Operation und einer monatelangen Zwangspause feierte er erst Mitte Januar sein Comeback auf dem Rasen.

Dass die lange Ausfallzeit noch Spuren hinterlassen hat, lässt sich kaum leugnen. Dennoch zeigte die Formkurve bei den jüngsten Liga-Siegen gegen den FC St. Pauli und den VfB Stuttgart bereits wieder stark nach oben.

FC Bayern kalkulierte Anlaufschwierigkeiten ein

Auch die sportliche Leitung des Vereins stellte sich schützend vor ihren Spieler. Sportvorstand Max Eberl erklärte, dass man an der Säbener Straße von vornherein mit einer längeren Reintegrationsphase gerechnet habe. Diese Zeit brauche der Akteur nicht nur für die physische Fitness, sondern vor allem für den Kopf.

Laut Eberl gehe es nun darum, dass der Rückkehrer wieder das völlige Vertrauen in seinen Körper findet. Der Mut, ohne Angst vor neuen Verletzungen in die Zweikämpfe zu gehen, müsse sich erst wieder einstellen. Diese Prozesse brauchen Zeit – doch einen Verzicht auf das größte Turnier der Welt hält in München offensichtlich niemand für den richtigen Weg.

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