Die ghanaische Nationalmannschaft hat sich mit sofortiger Wirkung von Cheftrainer Otto Addo getrennt. Wenige Stunden nach einer 1:2-Niederlage gegen das deutsche Nationalteam in Stuttgart zog der Fußball-Verband (GFA) in der Nacht zu Dienstag die Reißleine. Vorausgegangen waren vier Pleiten in Serie sowie das krachende Scheitern in der Qualifikation für den Afrika-Cup.

Enttäuschende Bilanz kostet Addo den Job

Der 50-jährige Übungsleiter stand seit zwei Jahren fest an der Seitenlinie der Black Stars. In insgesamt 22 Länderspielen verzeichnete der Ex-Bundesliga-Profi eine durchwachsene Ausbeute von acht Siegen, fünf Unentschieden und neun Niederlagen. Zuletzt spitzte sich die sportliche Krise jedoch dramatisch zu: Vor dem knappen 1:2 gegen das DFB-Team kassierte das westafrikanische Land eine herbe 1:5-Klatsche gegen Österreich.

Besonders schwer wog für die stolze Fußballnation jedoch das historische Verpassen der Afrika-Cup-Qualifikation im vergangenen Winter. In der Gruppenphase blieb das Team in entscheidenden Partien gegen Gegner wie den Sudan, Angola und Niger ohne einzigen Sieg.

Weltmeisterschaft ohne den Ex-Dortmunder

Die Entlassung erfolgt zu einem brisanten Zeitpunkt auf dem Weg zur kommenden Endrunde. Bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko trifft der WM-Teilnehmer in einer anspruchsvollen Gruppenphase auf England, Kroatien und Panama. Wer das ambitionierte Team beim Turnier anführen wird, ließ der Verband zunächst völlig offen. Ein Nachfolger soll zu gegebener Zeit präsentiert werden, teilte die GFA mit.

Für den in Deutschland aufgewachsenen Addo, der während seiner aktiven Karriere unter anderem für den Hamburger SV und Borussia Dortmund die Fußballschuhe schnürte, endet damit das zweite Kapitel als Nationalcoach. Bereits 2022 hatte der heute in Düsseldorf lebende Fußballlehrer die Mannschaft als Interimstrainer bei der WM in Katar betreut. An der Entscheidung, die Zusammenarbeit vorzeitig zu beenden, dürfte im Hintergrund auch Winfried Schäfer in seiner Funktion als Technischer Direktor der Ghanaer maßgeblich beteiligt gewesen sein.

Verwandte Beiträge