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Hannover 96 hat im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga eine goldene Gelegenheit ungenutzt gelassen. Vor 49.000 Zuschauern in der heimischen Heinz von Heiden Arena kamen die Niedersachsen gegen das Tabellenschlusslicht Preußen Münster nicht über ein spektakuläres 3:3-Unentschieden hinaus. Die SV Elversberg hatte zuvor durch einen Sieg gegen den Tabellenzweiten SC Paderborn den Weg freigemacht, doch der anvisierte Sprung auf einen direkten Aufstiegsplatz blieb für das Team aus Hannover kurz vor Saisonende aus.

Rückstand und schnelle Antwort vor der Pause

Die Sehnsucht nach der Rückkehr ins Oberhaus nach sieben Jahren Zweitklassigkeit war im ausverkauften Stadion greifbar. Die vermeintliche Pflichtaufgabe gegen den fast sicheren Absteiger entwickelte sich jedoch rasch zu einer enormen sportlichen Herausforderung. Die mutig aufspielenden Gäste aus dem Münsterland belohnten sich für ihren Aufwand und gingen durch Imad Rondic (25. Minute) und Shin Yamada (39.) überraschend mit 2:0 in Führung. Der Aufstiegsaspirant wirkte geschockt, fand aber pünktlich zum Pausenpfiff die richtige Antwort: Mustapha Bundu schnürte tief in der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45.+1, 45.+4) einen Doppelpack und glich zum wichtigen 2:2 aus.

Ein offener Schlagabtausch mit spätem Drama

Nach dem Seitenwechsel dominierte der Gastgeber zwar das Geschehen, ließ aber in der Kreation zwingender Torchancen die letzte Präzision vermissen. Auf der Gegenseite wehrte sich das Schlusslicht hartnäckig und verzeichnete mehrere hochkarätige Konterchancen. Yassine Bouchama und Haralambos Makridis ließen beste Möglichkeiten ungenutzt, bevor der eingewechselte Isländer Stefan Teitur Thordarson für Hannover sogar auf der eigenen Torlinie klären musste. In der 85. Minute schien das Spiel dann endgültig zugunsten der Hausherren zu kippen, als ebenjener Thordarson zum viel umjubelten 3:2 traf.

Doch der Jubel in Niedersachsen währte nur kurz. Nachdem Hannover durch Oscar Vilhelmsson und einen Lattenschuss von Tobias Raschl die endgültige Entscheidung verpasst hatte, schlug Münster in letzter Sekunde zu. Jorrit Hendrix fasste sich in der Nachspielzeit (90.+3) ein Herz und jagte den Ball per Direktabnahme aus 25 Metern zum 3:3 in die Maschen. Ein für Hannover bitterer Punktverlust, der sich die kämpfenden Gäste an diesem Nachmittag jedoch redlich verdient hatten.

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