Die iranische Frauen-Fußballnationalmannschaft hat nach ihrem stillen Protest beim Asien-Cup die Heimreise aus Australien angetreten. Unter hoch emotionalen Umständen flogen die Athletinnen in Richtung Heimat, während sechs Teammitglieder ein Asyl-Angebot der australischen Regierung annahmen und in Down Under bleiben.

Stiller Protest beim Asien-Cup mit weitreichenden Folgen

Die iranischen Löwinnen standen in den vergangenen Tagen im Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit. Beim ersten Gruppenspiel des Turniers in Australien hatten die Spielerinnen während der iranischen Nationalhymne geschwiegen. Diese Aktion wurde als deutliches Zeichen gegen die Führung in Teheran gewertet. Obwohl die Mannschaft bei den darauffolgenden Partien wieder mitsang, brandmarkten iranische Staatsmedien die Athletinnen als Verräterinnen. Beobachter befürchten nun ernste Konsequenzen für die Rückkehrerinnen oder deren Angehörige im Heimatland.

Tränen und Dramatik am Flughafen in Sydney

Die Abreise glich einem emotionalen Ausnahmezustand. Wie mitreisende Journalisten des Sydney Morning Herald berichteten, flossen kurz vor dem Boarding des Nachtflugs Tränen, während sich die Frauen lange umarmten. Zuvor hatten Beobachter berichtet, dass aus dem Mannschaftsbus heraus SOS-Zeichen gezeigt worden seien. Ursprünglich wollten sieben Teammitglieder das humanitäre Visum Australiens in Anspruch nehmen und sich in Sicherheit bringen. Eine Spielerin entschied sich nach einem letzten Telefonat mit ihrer Familie jedoch in letzter Minute um und stieg zu ihren Kolleginnen in das Flugzeug nach Kuala Lumpur.

Angespannte Rückreise unter strenger Beobachtung

An Bord der Maschine herrschte in der Economy-Kabine fast absolute Stille. Fragen von Reportern wichen die Sportlerinnen sichtlich eingeschüchtert aus. Mit Verweis auf die begleitenden Betreuer erklärte eine Spielerin knapp, sie dürfe keine Auskunft geben. Nach der Landung in Malaysia erwartete der iranische Botschafter die Delegation bereits am Gate. Die Frauen wirkten angespannt und fokussierten sich auf ihre Smartphones. Von Kuala Lumpur aus führt die Route nun über die Türkei zurück in den Iran, wo die sportliche Zukunft und das persönliche Schicksal der Nationalspielerinnen völlig ungewiss bleiben.

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