Fussball-WM: Iran verlangt von der FIFA strikte Sicherheitsgarantien
Der Iran knüpft seine WM-Teilnahme an strikte Sicherheits- und Neutralitätsgarantien durch den Weltverband FIFA.
US-Präsident Donald Trump hat laut FIFA-Boss Gianni Infantino dem Iran die Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den Vereinigten Staaten zugesichert. Der iranische Sportminister Ahmad Donjamali widerspricht jedoch vehement und droht aufgrund der anhaltenden geopolitischen Konflikte mit einem Boykott des Turniers.
Trotz der massiven militärischen Spannungen im Nahen Osten soll der Fußball Brücken bauen. Nach einem persönlichen Treffen mit dem frisch wiedergewählten US-Präsidenten verkündete Gianni Infantino, dass die iranische Nationalmannschaft im kommenden Sommer unbeschadet in Nordamerika antreten dürfe. Während der Gespräche habe Trump bekräftigt, dass das asiatische Team herzlich eingeladen sei. Infantino, der dem US-Staatsoberhaupt erst im Dezember am Rande der Auslosung den umstrittenen FIFA-Friedenspreis verliehen hatte, betonte die verbindende Kraft des Sports: Man brauche ein Ereignis wie die Weltmeisterschaft mehr denn je, um die Menschen zusammenzubringen.
In Teheran stießen diese versöhnlichen Töne jedoch auf taube Ohren. Für den iranischen Sportminister Ahmad Donjamali ist eine Reise in die Vereinigten Staaten derzeit undenkbar. In einem TV-Interview erhob er schwere Vorwürfe gegen die US-Regierung, die Ende Februar gemeinsam mit Israel militärisch gegen den Iran vorgegangen war. Donjamali machte deutlich, dass man unter keinen Umständen die Bedingungen für eine Teilnahme erfülle, da die US-Regierung iranische Führer ermordet und dem Land Kriege aufgezwungen habe. Ob diese drastische Rhetorik das finale Wort in der Boykott-Frage ist, bleibt vorerst offen.
Aus sportlicher Sicht birgt die Situation eine enorme Brisanz. Der Spielplan sieht vor, dass das iranische Team alle drei Vorrundenpartien auf US-Boden absolviert – zwei in Los Angeles und eine in Seattle. Sollte das Turnier sportlich seinen Lauf nehmen, droht in der K.o.-Phase sogar ein hochpolitisches Duell: Wenn sowohl die USA als auch der Iran ihre jeweilige Gruppe als Zweiter beenden, würden sie am 3. Juli in Arlington, Texas, direkt aufeinandertreffen. Bereits bei den Weltmeisterschaften 1998 (2:1 für den Iran) und 2022 (1:0 für die USA) lieferten sich beide Nationen erbitterte Duelle auf dem Rasen. Ein erneutes Aufeinandertreffen hätte unter den aktuellen Vorzeichen eine historische Dimension.
Nicht nur die Politik, auch der eigene Verband äußert massive Bedenken an einer WM-Teilnahme. Verbandspräsident Mehdi Tadsch brachte einen Verzicht ins Spiel und verwies auf negative Erfahrungen aus der jüngeren Vergangenheit. Beim Asien-Cup der Frauen in Australien war es zu politischen Vorfällen gekommen, in deren Folge mehrere iranische Spielerinnen im Gastgeberland blieben und humanitäre Visa erhielten. Tadsch stellte öffentlich die Frage, welcher vernünftige Mensch seine Nationalmannschaft in die USA schicken würde, wenn dort ähnliche politische Bedingungen herrschen wie zuletzt in Down Under.
Der Iran knüpft seine WM-Teilnahme an strikte Sicherheits- und Neutralitätsgarantien durch den Weltverband FIFA.
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