12

Ein unerwarteter politischer Vorstoß sorgt im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 für Aufsehen. Paolo Zampolli, ein Sonderbeauftragter der US-Regierung, fordert, die Nationalmannschaft des Iran vom Turnier auszuschließen und durch den viermaligen Weltmeister Italien zu ersetzen. Hintergrund für diese weitreichende Forderung sind die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem asiatischen Land in den vergangenen Wochen.

Zampollis kühner Plan für die Squadra Azzurra

Was im ersten Moment wie ein absurdes Skript aus einer Zeichentrickserie wirkt, wird auf politischer Ebene offenbar ernsthaft diskutiert. Treibende Kraft hinter dem Vorhaben ist Paolo Zampolli. Der US-Gesandte mit italienischen Wurzeln gilt seit Jahrzehnten als enger Vertrauter von US-Präsident Donald Trump. Gegenüber der Tageszeitung Financial Times untermauerte er seine Ambitionen: Ich kann bestätigen, dass ich Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino vorgeschlagen habe, dass Italien den Iran bei der WM ersetzt. Durch dieses diplomatische Manöver würde die in der Qualifikation dramatisch gescheiterte Squadra Azzurra doch noch ein Ticket für die Endrunde in Nordamerika erhalten.

Passend zum Thema

Was sagen die FIFA-Regularien zu einem Nachrücker?

Rein sportlich betrachtet wäre eine Nominierung der Europäer höchst ungewöhnlich. Üblicherweise greift bei einem Ausfall das Prinzip der kontinentalen Zuordnung. Da dem asiatischen Verband acht feste Startplätze bei der Weltmeisterschaft zustehen, wären die Vereinigten Arabischen Emirate der logische Nachrücker. Das Team aus der Golfregion war in der letzten kontinentalen Playoff-Runde knapp am aktuellen WM-Teilnehmer Irak gescheitert.

Interessanterweise geben die offiziellen Turnier-Regularien dem Weltverband jedoch enormen Spielraum. Die FIFA hat das Recht, bei einem Team-Ausschluss völlig unabhängig vom Kontinent eine Ersatzmannschaft auszuwählen. Einer Wildcard für die Italiener stünde also zumindest kein striktes juristisches Hindernis im Weg.

Infantino spricht ein klares Machtwort

Trotz der politischen Interventionen aus Washington hat die FIFA längst Fakten geschaffen. Auf dem Invest in America Forum des US-Senders CNBC wischte FIFA-Präsident Gianni Infantino alle Spekulationen um einen Ausschluss resolut vom Tisch. Der Schweizer betonte die Wichtigkeit der iranischen Teilnahme und stellte unmissverständlich klar, dass die Mannschaft im Sommer auf jeden Fall anreisen werde.

Die Planungen für das Mega-Turnier, das vom 11. Juni bis zum 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird, schreiten derweil voran. Der Iran trifft in der Gruppenphase auf Belgien, Neuseeland und Ägypten. Die Partien sollen in Seattle sowie im Großraum Los Angeles stattfinden. Einen vorherigen Antrag des iranischen Verbandes, die eigenen Vorrundenspiele aufgrund der angespannten Lage ins benachbarte Mexiko zu verlegen, hatte die FIFA bereits abgelehnt.

Verwandte Beiträge