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Der iranische Fußball-Verband (FFI) hat überraschend Bedingungen für seine Teilnahme an der kommenden Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko gestellt. Inmitten politischer Spannungen fordert der FFI vom Weltverband FIFA absolute Sicherheit für seine Delegation sowie strikte politische Neutralität. Andernfalls stehe die Teilnahme der asiatischen Nation auf dem Spiel.

Scharfe Kritik an FIFA und US-Präsident Trump

Die Fronten zwischen dem Iran und dem Ausrichterland USA verhärten sich bereits weit vor dem eigentlichen Turnierstart. Verbandschef Mehdi Tadsch sparte nicht mit scharfen Worten in Richtung des Fußball-Weltverbandes. Gegenüber der Nachrichtenagentur „Tasnim“ erklärte er, er habe die FIFA noch nie so schwach erlebt. Der Vorwurf: Anstatt die iranische Delegation vor Erniedrigungen zu schützen, beuge man sich dem politischen Druck und reagiere lediglich mit verbalen Verurteilungen.

Ein besonderer Dorn im Auge ist Tadsch dabei die politische Führung in Washington. Er forderte die FIFA nachdrücklich auf, eine Einmischung des US-Präsidenten Donald Trump in sportliche Belange zu unterbinden. Die iranische Nationalmannschaft habe sich sportlich fair für das Endrundenturnier qualifiziert. Entsprechend betonte der FFI-Präsident, Trump sei nicht befugt, über die WM-Teilnahme des Irans zu entscheiden – dafür benötige man keinerlei Erlaubnis aus den Vereinigten Staaten.

Konkrete Forderungen: Flaggenstreit und Sicherheit

Um die Situation zu entschärfen, plant der FFI ein zeitnahes Treffen mit FIFA-Vertretern. Dabei sollen die Bedingungen für ein Antreten beim Turnier in Nordamerika konkretisiert werden. Ein zentraler Punkt ist die Symbolik auf den Rängen: Der Iran pocht darauf, dass ausschließlich die offizielle Flagge der Islamischen Republik gehisst wird und nicht die Symbole der politischen Opposition. Dies birgt reichlich Zündstoff, da in den USA über eine Million Iraner leben, von denen ein Großteil als Kritiker der aktuellen Regierung in Teheran gilt.

Darüber hinaus verlangt der Verband umfassenden Schutz für Spieler, das Trainerteam und alle Funktionäre. Politische Kommentare oder Protestaktionen gegen das Team sollen im Stadionumfeld gänzlich unterbunden werden. Nur wenn diese Zusagen seitens des Weltverbandes verlässlich erfolgen, wird das Team die Reise antreten.

WM-Auftakt gegen Neuseeland trotz politischer Spannungen

Rein sportlich steht der Fahrplan für die iranische Auswahl bereits fest. Am 15. Juni soll das Team in der Gruppe G gegen Neuseeland in das Turnier starten, weitere Gegner sind Belgien und Ägypten. Ob Verbandspräsident Tadsch dann vor Ort sein wird, bleibt unklar. Erst kürzlich wurde ihm auf der Durchreise zum FIFA-Kongress in Vancouver an der kanadischen Grenze die Einreise verweigert.

Die diplomatische Großwetterlage macht das sportliche Großereignis zu einer echten Herausforderung. Seit Ende Februar befinden sich der Iran und die USA in einem militärischen Konflikt, dessen aktuelle Waffenruhe als äußerst fragil gilt. US-Präsident Trump gab sich zuletzt dennoch versöhnlich und überließ FIFA-Chef Gianni Infantino die Entscheidungshoheit: Man solle sie einfach spielen lassen. Infantino selbst hatte bereits beim Kongress in Vancouver versichert, dass der Iran Teil des Turniers sein werde – nun liegt der Ball bei der FIFA, die geforderten diplomatischen und sicherheitstechnischen Rahmenbedingungen zu schaffen.

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