Nach der bitteren 1:4-Niederlage gegen Werder Bremen herrschen bei Union Berlin Frust und Unverständnis. Im Zentrum der Kritik steht die harte Rote Karte gegen den ungarischen Nationalspieler Andras Schäfer in der 19. Spielminute, die aus Sicht der Köpenicker nicht nur spielentscheidend, sondern eine klare Fehlentscheidung war.

Frust über Schiedsrichter und fehlenden VAR-Eingriff

Dabei hatte die Partie für die Hausherren optimal begonnen. Derrick Köhn brachte sein Team in der 18. Minute per Foulelfmeter in Führung. Doch die Freude währte nur Sekunden: Direkt nach Wiederanpfiff trat Andras Schäfer dem Bremer Jens Stage im Mittelfeld auf den Fuß. Schiedsrichter Timo Gerach zögerte nicht und schickte den Mittelfeldakteur mit glatt Rot vom Platz. Da der Unparteiische freie Sicht auf das Geschehen hatte, sah der Videoschiedsrichter keine Veranlassung für einen Eingriff.

Für Union-Kapitän Rani Khedira war dieser Ablauf ein Unding. Der Führungsspieler machte das Trefferbild als entscheidendes Argument aus und erklärte unmissverständlich, dass der Tritt nicht oberhalb des Knöchels erfolgte. Entsprechend wütend fiel sein Fazit aus, verbunden mit heftiger Kritik an der ausbleibenden Korrektur durch den Kölner Keller. Für die Spieler auf dem Platz fühlte sich die schnelle Herausstellung wie eine klare Fehlentscheidung an.

Abstiegssorgen statt gesichertem Mittelfeld

Geschäftsführer Profifußball Horst Heldt schlug nach dem Schlusspfiff etwas moderatere Töne an. Der Funktionär räumte ein, dass es sich zweifelsfrei um ein Foul handelte, wertete den Platzverweis jedoch ebenfalls als zu hart. Gleichzeitig betonte Heldt sachlich, dass ein Eingreifen des VAR bei einer derart klaren Sichtlinie des Schiedsrichters nicht zwingend vorgeschrieben sei.

Viel schwerer als die Diskussion um den Schiedsrichter wog für die Verantwortlichen letztlich die eigene Fehlerquote im Anschluss. In Unterzahl kassierten die Eisernen gleich zwei Gegentore nach Standardsituationen – ein absolutes No-Go für die sonst so defensivstarken Hauptstädter. Durch die deutliche Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten rutscht Union nach einer anhaltenden sportlichen Durststrecke im neuen Jahr wieder gefährlich nah an die Abstiegszone heran. Der einstmals komfortable Vorsprung ist geschmolzen, und der harte Kampf um den Klassenerhalt fordert nun die volle Konzentration.

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