Der iranische Fußballverband hat einen generellen Boykott der kommenden Weltmeisterschaft ausgeschlossen, weigert sich jedoch strikt, in den USA anzutreten. Verbandschef Mehdi Tadsch bestätigte, dass die Nationalmannschaft am Turnier teilnehmen wird, forderte aber, die Vorrundenspiele aufgrund des anhaltenden Nahostkonflikts nach Mexiko zu verlegen.

Trotz der extrem angespannten politischen Lage bereitet sich die iranische Auswahl auf die Endrunde vor, die vom 11. Juni bis zum 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko stattfindet. „Wir boykottieren die USA, aber nicht die Weltmeisterschaft“, stellte Verbandspräsident Mehdi Tadsch laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna klar. Die Fronten zwischen den Ländern sind verhärtet: Seit Ende Februar kommt es zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran.

Sicherheitsbedenken und Trumps Warnung

Die Entscheidung, US-amerikanischen Boden zu meiden, resultiert nicht nur aus dem eigenen Boykott-Willen, sondern auch aus Aussagen der US-Regierung. Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, er könne die Sicherheit der iranischen Delegation nicht gewährleisten. Eine Teilnahme des asiatischen Vertreters bezeichnete er angesichts der Sicherheitsrisiken als nicht angemessen.

Als Reaktion auf diese diplomatische Eiszeit sucht der Iran nun nach Alternativen. Die iranische Botschaft in Mexiko gab über das Netzwerk X bekannt, dass man sich bereits in Verhandlungen mit dem Weltverband befinde. Das klare Ziel: Die drei Vorrundenpartien sollen auf mexikanischem Boden ausgetragen werden, um eine Reise in die Staaten zu umgehen.

FIFA unter Zugzwang: Spielorte auf der Kippe

In der Gruppenphase trifft der Iran auf Belgien, Neuseeland und Ägypten. Bislang sah der Spielplan vor, dass diese Begegnungen in den USA stattfinden. Die FIFA bestätigte zwar den Kontakt zum iranischen Verband, ließ eine konkrete Entscheidung über eine mögliche Verlegung der Spielorte bislang aber offen.

Sollte der Weltverband dem Wunsch entsprechen, bleibt ein weiteres organisatorisches Fragezeichen bestehen: Es ist völlig unklar, wie verfahren wird, falls die iranische Elf die Gruppenphase übersteht und in der K.o.-Runde laut Turnierbaum unweigerlich wieder in den USA antreten müsste. Die kommenden Wochen dürften sportpolitisch richtungsweisend für den Ablauf des Mega-Turniers werden.

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