Offensiv-Spektakel gegen Frankreich: DHB-Team erreicht EM-Halbfinale
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Der Weg ins Endspiel war steinig, doch das Halbfinale gegen Kroatien hat gezeigt: Die DHB-Auswahl ist bereit für den ganz großen Wurf. Bundestrainer Alfred Gislason bilanzierte stolz, seine Mannschaft sei im Turnierverlauf „wirklich erwachsen geworden“.
Nun wartet mit Weltmeister Dänemark der wohl schwerste Gegner im internationalen Handball. Die Skandinavier streben nach dem Triple aus WM-, Olympia- und EM-Titel, doch Deutschland geht mit breiter Brust in das Duell in der Jyske Bank Boxen.
Renars Uscins, der als Olympia-Held und Leistungsträger das deutsche Spiel prägt, gab die Marschroute vor: „Sie werden in jedem Angriff Druck machen, aber es wird auch viel Spaß machen.“ Entscheidend werde sein, die Fehlerquote im neunten Spiel in Folge so gering wie möglich zu halten.
Personell gibt es vor dem Showdown leise Hoffnung für die deutsche Defensive. Abwehrspezialist Tom Kiesler, der zuletzt wegen eines Magen-Darm-Infekts pausieren musste, könnte wieder rechtzeitig zum Finale fit werden. „Wir haben Hoffnung fürs Finale“, bestätigte Gislason am Samstag nach einer Begutachtung des Gummersbachers. Zusätzliche Motivation tankte Kapitän Johannes Golla am freien Samstag durch Besuch seiner Familie, bevor der Fokus wieder voll auf das Videostudium gerichtet wurde.
Beim Gegner aus dem Norden läuft indes nicht alles rund. Zwar setzten sich die Dänen im Halbfinale gegen Island durch (31:28), mussten den Sieg jedoch teuer bezahlen. Abwehrchef Simon Hald musste nach einem Zusammenprall ins Krankenhaus gebracht werden, sein Einsatz im Endspiel am Sonntag ist mehr als fraglich.
Dass die Übermannschaft um Welthandballer Mathias Gidsel verwundbar ist, zeigte nicht nur das enge Halbfinale, sondern auch die Niederlage gegen Portugal in der Hauptrunde. „Keiner ist unschlagbar – auch Dänemark nicht“, betonte Rechtsaußen Lukas Zerbe kämpferisch.
Die Bedeutung des Spiels unterstreicht auch der Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz, der das Finale live vor Ort verfolgen wird. „Finale – was für ein großartiges Spiel!“, schrieb der CDU-Politiker vorab via Instagram.
Unabhängig davon, ob am Sonntag die silberne oder Goldene Medaille eingeheimst wird, wird es am Montag allerdings keinen großen Empfang in Deutschland geben. Der DHB musste entsprechende Planungen aufgrund von Streiks im öffentlichen Nahverkehr und logistischen Zwängen stoppen.
Die gebührende Ehrung der Deutschen Nationalmannschaft soll nun im Rahmen des Länderspiels gegen Ägypten am 19. März in Dortmund nachgeholt werden.
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