Der deutsche Snowboardcrosser Leon Ulbricht hat beim vorletzten Weltcup der Saison im österreichischen Montafon den zweiten Platz belegt und damit hauchdünn die Führung im Gesamtweltcup übernommen. Der 21-jährige Sportsoldat geht nun mit einem minimalen Vorsprung in das entscheidende Saisonfinale in Kanada.

Dritter Podestplatz in Serie für das Ausnahmetalent

Seine herausragende Form nach den Olympischen Spielen stellt der zweimalige Junioren-Weltmeister derzeit eindrucksvoll unter Beweis. Auf der anspruchsvollen Piste im Montafon musste sich der pfeilschnelle Deutsche im großen Finale lediglich dem amtierenden Weltmeister Jakob Dusek aus Österreich geschlagen geben. Zum zweiten Saisonsieg fehlten dem 21-Jährigen dabei winzige 0,20 Sekunden. Dennoch war die Freude im deutschen Lager riesig, denn für den Athleten war es nach den Plätzen eins und zwei im türkischen Erzurum bereits die dritte Podiumsplatzierung nacheinander. „Ich bin super happy“, kommentierte er seine starke Leistung.

Für den Nachwuchsstar ist die aktuelle Erfolgswelle eine sportliche Genugtuung. Bei den jüngsten Olympischen Spielen in Livigno war er noch als tragischer Pechvogel im Viertelfinale unglücklich ausgeschieden. Damals wurde er von seinem Teamkollegen Martin Nörl abgeräumt, nachdem der US-Amerikaner Nick Baumgartner eine fatale Kollision ausgelöst hatte. Seit diesem bitteren Moment beweist der Süddeutsche konstant, dass er zur absoluten Weltspitze gehört und jeden Lauf dominieren kann.

Ein historisches Finale in Kanada wartet

Mit dem Silberrang in Österreich streifte sich der junge Athlet erstmals das Gelbe Trikot des Gesamtführenden über. Die Ausgangslage für das abschließende Rennen am 28. März im kanadischen Mont-Sainte-Anne verspricht pure Hochspannung: Ulbricht führt das Tableau mit nur einem einzigen Punkt Vorsprung vor dem französischen Olympiadritten Aidan Chollet an. Der bisherige Spitzenreiter, Adam Lambert aus Neuseeland, rutschte durch die Ergebnisse des Wochenendes mit 32 Punkten Rückstand auf den dritten Rang ab.

Sollte der Spitzenreiter beim Showdown in Nordamerika seine Nerven behalten, winkt ein historischer Triumph. Er könnte nach Martin Nörl, der den Titel in den Jahren 2022 und 2023 gewann, der zweite deutsche Gesamtweltcupsieger der Geschichte werden. Vom aufkommenden Druck will der ehrgeizige Wintersportler allerdings nichts wissen. „Im Moment bedeutet das noch nicht viel“, ordnete er die Übernahme der Gesamtführung sachlich ein. Seine sportliche Devise für den finalen Lauf ist stattdessen klar definiert: Er wolle cool bleiben und das Rennen exakt so angehen, wie die vergangenen drei erfolgreichen Weltcups.

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