Wachablösung in Melbourne: Alcaraz stürzt Djokovic, Rybakina gewinnt gegen Sabalenka
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Der Italiener Lorenzo Musetti war in der Rod Laver Arena drauf und dran, erstmals bei einem Grand Slam gegen die serbische Tennislegende Novak Djokovic zu gewinnen. Der Italiener führte nach starker Leistung mit 6:4, 6:3 und lag auch im dritten Satz vorne, als er sich im dritten Spiel am rechten Oberschenkel verletzte. Zwar versuchte Musetti nach einer Behandlung bei 1:2 weiterzuspielen, musste die Partie nach 2:08 Stunden jedoch beenden (6:4, 6:3, 3:1.).
Djokovic zeigte sich danach sichtlich betroffen. „Ich war auf dem Weg nach Hause. Er war der klar bessere Spieler und hätte heute gewinnen müssen“, sagte der aktuell Vierte der Weltrangliste und wünschte seinem 15 Jahre jüngeren Kontrahenten eine schnelle Genesung. Bis zu seiner Verletzung hatte der Weltranglistenfünfte dem Australian-Open-Rekordchampion (10 Titel!) mit Variabilität und Tempo den Rhythmus genommen und dessen Aufschlag fünfmal gebreakt.
Das glückliche Weiterkommen bedeutet für den Djoker das fünfte Major-Halbfinale in Serie.
Ganz anders das Bild im zweiten Viertelfinale des Tages: Jannik Sinner bestätigte seine Dominanz gegen Ben Shelton und gewann mit 6:3, 6:4, 6:4. Der Australian-Open-Titelverteidiger blieb ruhig, variabel und konsequent, attackierte Sheltons Rückhand und bestimmte die Ballwechsel von der Grundlinie.
Sinner baute seine Bilanz gegen den US-Amerikaner auf 9:1 aus, alle vier Grand-Slam-Duelle gingen an den Südtiroler. „Es ist sehr schwer, gegen Ben zu spielen. Er hat einen extrem starken Aufschlag und verbessert sich ständig“, sagte Sinner nach dem Match. In Melbourne ist er seit 2024 ungeschlagen und steht zum dritten Mal im Halbfinale der Australian Open.
Im Halbfinale kommt es nun zum erneuten Aufeinandertreffen von Djokovic und Sinner. Der Südtiroler gewann die vergangenen drei Major-Halbfinals gegen den Serben: bei den Australian Open 2024, bei den French Open 2025 und in Wimbledon 2025. Djokovic weiß also um die Herausforderung: Gegen Sinner wird eine deutliche Leistungssteigerung nötig sein.
Das zweite Halbfinale bestreiten Alexander Zverev und Carlos Alcaraz. Die Vorschlussrunde steigt am Freitag in der Rod Laver Arena.
Auch bei den Frauen stehen die Halbfinals fest. Die Favoritinnen setzten sich in den Viertelfinals überwiegend klar durch, eine Spielerin sorgte für eine Premiere.
Topgesetzt ist Aryna Sabalenka. Die Titelverteidigerin aus Belarus bestätigte ihre starke Form und ließ der US-Amerikanerin Iva Jovic beim 6:3, 6:0 keine Chance. Auch im fünften Match des Turniers blieb Sabalenka ohne Satzverlust.
Ebenfalls überzeugend präsentierte sich Elena Rybakina. Die Wimbledon-Siegerin von 2022 setzte sich gegen die Weltranglistenerste Iga Swiatek aus Polen mit 7:6, 6:2 durch.
essica Pegula erreichte erstmals das Halbfinale der Australian Open. Die US-Amerikanerin setzte sich im Viertelfinale gegen Amanda Anisimova mit 6:2, 7:6 durch.
Komplettiert wird das Halbfinalfeld von Elina Svitolina. Die routinierte Ukrainerin setzte sich im Viertelfinale gegen Coco Gauff mit 6:1, 6:3 klar durch und bestätigte erneut ihre Konstanz auf Grand-Slam-Niveau. Für Gauff hatte die Niederlage auch Folgen in der Weltrangliste: Die US-Amerikanerin rutschte vom dritten auf den vierten Rang ab.
Die Frauen-Halbfinals werden am Donnerstag ausgetragen. Dabei trifft Aryna Sabalenka auf Elina Svitolina, während Elena Rybakina gegen Jessica Pegula um den Einzug ins Finale spielt.
Abseits des Platzes sorgte Gauff im Anschluss an ihr Duell mit Svitolina für Gesprächsstoff. In den Katakomben der Rod Laver Arena zerstörte die 20-Jährige aus Frust ihren Schläger, offenbar in dem Glauben, unbeobachtet zu sein. Die Szene wurde jedoch von Kameras eingefangen und millionenfach verbreitet. In der Folge entbrannte in der Tennis-Szene eine Diskussion über die Omnipräsenz von Kameras bei Turnieren.
Gauff selbst sah nach dem Vorfall Gesprächsbedarf. Sie habe bewusst einen vermeintlich abgeschiedenen Ort gesucht, um kein schlechtes Vorbild zu sein, erklärte die Amerikanerin. „Vielleicht sollten wir darüber reden. Ich habe das Gefühl, dass bei diesem Turnier der einzige private Ort die Umkleidekabine ist.“ Unterstützung erhielt Gauff anschließend von mehreren Kolleginnen und Kollegen aus der Tennis-Szene.
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