Svitolina verpasst erneut Major-Finale

Schon im ersten Satz entwickelte sich ein intensives Duell zwischen der Ukrainerin Elina Svitolina und Aryna Sabalenka. Die Weltranglistenerste aus Belarus legte ein hohes Tempo vor und dominierte mit ihrem druckvollen Grundlinienspiel. Svitolina zeigte sich engagiert, hatte jedoch vor allem mit ihrem Aufschlag Probleme. Nur 53 Prozent ihrer ersten Angaben landeten im Feld. Das war zu wenig gegen eine Gegnerin, die zweite Aufschläge konsequent attackiert. Sabalenka nutzte das eiskalt aus und sicherte sich den ersten Durchgang nach 41 Minuten mit 6:2.

Im zweiten Satz steigerte sich Svitolina beim Service und ging sogar 2:0 in Führung. Doch die Antwort der Nummer eins fiel deutlich aus: Sabalenka gewann fünf Spiele in Folge, agierte nahezu fehlerfrei. Nach gerade einmal 1:16 Stunden verwandelte sie ihren ersten Matchball zum 6:3. „Ich habe tolles Tennis gespielt“, sagte Sabalenka später, stellte aber klar: „Der Job ist noch nicht erledigt.“

Für Elina Svitolina war es der 48. Versuch, ein Major-Finale zu erreichen. Trotz der Niederlage kehrt die Ukrainerin nach ihrer Schwangerschaft in die Top Ten zurück.

Handschlag bleibt erneut aus

Neben dem sportlichen Geschehen rückte einmal mehr der Krieg gegen die Ukraine in den Fokus. Seit dem russischen Einmarsch 2022 verweigert Elina Svitolina konsequent den Handschlag gegenüber Spielerinnen aus Russland oder Belarus. Sabalenka, die in Melbourne unter neutraler Flagge startet, war in der Vergangenheit von ukrainischer Seite vorgeworfen worden, sich nicht klar genug gegen den Angriffskrieg zu positionieren, was Sabalenka mit Unverständnis zurückgewiesen hatte.

Bereits vor dem Halbfinale galt ein Handschlag als äußerst unwahrscheinlich. Dass es dennoch zu einem kommen könnte, wurde von Wettanbietern wie Interwetten mit einer Quote versehen, die man sonst bei einem klar favorisierten Heimsieg des FC Bayern München gegen den FC Augsburg findet.

Rybakina weiterhin makellos

Im ersten Halbfinale hatte sich zuvor Jelena Rybakina aus Kasachstan gegen die US-Amerikanerin Jessica Pegula mit 6:3, 7:6 (9:7) durchgesetzt. Während sie den ersten Satz kontrolliert gewann, entwickelte sich der zweite Durchgang zu einem regelrechten Nervenkrimi. Pegula wehrte drei Matchbälle ab und erspielte sich selbst einen Satzball, doch am Ende blieb Rybakina wieder einmal stabil.

„Es bedeutet mir viel, das war so ein Kampf heute. Ich bin so froh, dass ich es noch hinbekommen habe. Es war sehr stressig für mich am Ende“, sagte die Wimbledon-Siegerin von 2022.

Zuvor hatte die Kasachin Iga Swiatek aus Polen in zwei Sätzen bezwungen. Ohne Satzverlust steht sie nun im Endspiel, ein starkes Statement vor dem Duell mit der Nummer eins der Welt.

Zverev träumt vom ersten Grand-Slam-Titel

Auch bei den Herren stehen hochkarätige Halbfinals an. Alexander Zverev trifft in der Runde der letzten vier auf Carlos Alcaraz. Der Deutsche hofft, seinem großen Traum vom ersten Grand-Slam-Titel einen weiteren Schritt näherzukommen. Gegen den Weltranglistenersten aus Spanien wartet jedoch ein gewaltiger Prüfstein auf den Hamburger.

Im zweiten Halbfinale kommt es zum erneuten Aufeinandertreffen von Novak Djokovic und Jannik Sinner. Djokovic war durch die verletzungsbedingte Aufgabe von Lorenzo Musetti ins Halbfinale eingezogen. Sinner gewann die vergangenen drei Major-Halbfinals gegen den Djoker, bei den Australian Open 2024, den French Open 2025 und in Wimbledon 2025. Beide Matches werden am Freitag in der Rod Laver Arena ausgetragen.

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