Ein Tennis-Turnier in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist am Dienstag abrupt gestoppt worden. Beim Challenger-Event in Fujairah sorgte eine akute Sicherheitswarnung für den sofortigen Abbruch der laufenden Matches. Medienberichte und Aussagen von Spielern deuten auf eine ernste Bedrohungslage im Umfeld der Anlage hin.

Spieler flüchten vom Platz: Matchabbruch in Fujairah

Die Schrecksekunden ereigneten sich gegen 13:00 Uhr Ortszeit während der Erstrunden-Begegnung zwischen dem Japaner Hayato Matsuoka und Daniil Ostapenkow aus Belarus. Wie das Portal The Athletic und die Gulfnews berichten, wurde die Partie beim Stand von 1:1 Sätzen unvermittelt unterbrochen.

Videoaufnahmen, die sich schnell in den sozialen Netzwerken verbreiteten, zeigen dramatische Szenen: Beide Akteure sowie der Schiedsrichter verließen eilig den Court, nachdem ein Alarm ausgelöst worden war. Matsuoka bestätigte den Vorfall später auf seinem Instagram-Kanal und teilte das Video der Flucht in die Kabinen.

Explosionen nahe der Anlage: Drohnenangriff als Ursache?

Die Hintergründe des Abbruchs sind politisch brisant. Berichten zufolge waren in der Nähe des Tennis-Komplexes Explosionen zu hören. Als wahrscheinlicher Grund wird ein Angriff iranischer Drohnen auf die Ölanlagen in Fujairah genannt. Diese Attacken sind Teil einer größeren Eskalation im Nahen Osten, bei der der Iran seit Samstag Ziele in Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ins Visier nimmt.

Es handelt sich dabei um Vergeltungsaktionen gegen Verbündete der USA, die gemeinsam mit Israel militärisch gegen den Iran vorgegangen waren. Ob und wann das Turnier in Fujairah fortgesetzt werden kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig offen.

Deutscher Junior betroffen – ATP beobachtet Lage

Die Unterbrechung hat auch Auswirkungen auf deutsche Teilnehmer. Für den Dienstag war ursprünglich das Match des deutschen Nachwuchstalents Max Schönhaus gegen den Chinesen Yi Zhou angesetzt. Ob der Jung-Profi überhaupt noch zum Schläger greifen kann, bleibt abzuwarten.

Die ATP hatte zuletzt angekündigt, die Sicherheitslage im Nahen Osten genau zu monitoren und im ständigen Austausch mit Behörden und Profis zu stehen. Dass die Situation auch die Reisefreiheit der Athleten einschränkt, zeigte sich bereits nach dem Ende des 500er-Turniers in Dubai: Der russische Top-Star Daniil Medwedew saß dort fest und konnte die Emirate aufgrund gestrichener Flüge vorerst nicht verlassen.

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