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Die Seattle Seahawks stehen vor einem historischen Besitzerwechsel. Der indische Stahl-Milliardär Aditya Mittal und der ehemalige Boston-Celtics-Boss Wyc Grousbeck haben eine offizielle Interessensbekundung für den Kauf der NFL-Franchise eingereicht. Das berichtet das US-Wirtschaftsmagazin „Sportico“. Der Verkaufsprozess wird von der Investmentbank Allen & Company begleitet und könnte alle bisherigen finanziellen Dimensionen im US-Sport sprengen.

Das Angebot des Milliardärs-Duos

Hinter der geplanten Übernahme steckt eine klare strategische Aufgabenteilung. Während Mittal, dessen Familie zu den reichsten Indiens zählt, vor allem als finanzstarker Investor auftritt, ist Grousbeck für das operative Geschäft vorgesehen. Der Ex-Celtics-Eigentümer, der die NBA-Organisation in Boston von 2002 bis 2025 maßgeblich prägte, soll im Falle eines erfolgreichen Zuschlags die Führung in Seattle übernehmen. Da Mittal seinen Wohnsitz in London hat, würde Grousbeck als Haupteigner fungieren und teilweise an die US-Westküste übersiedeln.

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Weiterer Tech-Gigant im Rennen

Das Duo ist jedoch nicht der einzige prominente Bieter. Mit Vinod Khosla hat ein weiterer Technologie-Risikokapitalgeber seinen Hut in den Ring geworfen. Der Mitbegründer von Sun Microsystems ist in der NFL kein Unbekannter: Khosla ist bereits als Investor bei den San Francisco 49ers engagiert. Auch er hat laut Insider-Informationen eine erste Offerte bei Allen & Company eingereicht.

Ein Verkauf der Superlative

Dass die Seahawks überhaupt auf dem Markt sind, geht auf den letzten Willen von Microsoft-Mitgründer Paul Allen zurück. Allen verstarb 2018, seine Schwester Jody verwaltet das Team seitdem treuhänderisch. Sein Testament sieht vor, dass seine Sportbeteiligungen langfristig veräußert werden und die Erlöse karitativen Zwecken zugutekommen.

Experten erwarten, dass der Deal zwischen acht und elf Milliarden Dollar einbringen wird. Damit würde der Verkauf der Seahawks den bisherigen NFL-Rekord geradezu pulverisieren. Zur Einordnung: Die Washington Commanders wechselten im Jahr 2023 für die damalige Bestmarke von 6,05 Milliarden Dollar den Besitzer. Ob am Ende Mittal und Grousbeck, Khosla oder doch andere kolportierte Interessenten wie Amazon-Gründer Jeff Bezos den Zuschlag erhalten, wird sich in den kommenden Monaten entscheiden.

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