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Die Oklahoma City Thunder haben in den Western Conference Finals ein wichtiges Lebenszeichen gesendet. Mit einem 122:113-Heimsieg gegen die San Antonio Spurs glich der Titelverteidiger die Best-of-Seven-Serie zum 1:1 aus. Nach der bitteren Niederlage nach doppelter Verlängerung in Spiel 1 revanchierte sich OKC in einem temporeichen Schlagabtausch, der auf beiden Seiten jedoch auch verletzungsbedingte Opfer forderte.

SGA und Hartenstein bändigen die Spurs

Angeführt von einem stark verbesserten Shai Gilgeous-Alexander behielten die Gastgeber im heimischen Paycom Center kühlen Kopf. Der kanadische Superstar lieferte mit 30 Punkten und neun Assists eine meisterliche Vorstellung ab und leistete sich dabei lediglich einen einzigen Ballverlust. Auf der Gegenseite bereitete Victor Wembanyama der Verteidigung zwar erneut massives Kopfzerbrechen und legte 21 Punkte, 17 Rebounds sowie vier Blocks auf. Doch die Thunder hatten eine passende Antwort parat: Isaiah Hartenstein.

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Der deutsche Big Man lieferte als direkter Bewacher des Franzosen eine exzellente Leistung ab und steuerte selbst ein wichtiges Double-Double von 10 Punkten und 13 Rebounds zum Erfolg bei. Besonders seine acht offensiven Rebounds sicherten dem amtierenden Champion elementare zweite Wurfchancen und hielten San Antonio auf Distanz.

Verletzungspech trübt das rasant geführte Playoff-Duell

Das aberwitzige Tempo der Partie forderte allerdings einen hohen Tribut auf dem Parkett. Die texanischen Gäste, die ohnehin auf den am Knöchel verletzten De'Aaron Fox verzichten mussten, verloren im dritten Viertel Rookie Dylan Harper mit einer Verletzung am rechten Bein. Auch die Hausherren blieben von Hiobsbotschaften nicht verschont: Für Jalen Williams war der Arbeitstag nach nur sieben Minuten in der ersten Halbzeit aufgrund einer Verspannung im linken Oberschenkel vorzeitig beendet. Eine Minute vor der Schlusssirene erwischte es zudem Ajay Mitchell, der sich nach einer Defensivaktion ebenfalls mit Schmerzen am linken Oberschenkel auswechseln lassen musste.

Castle fliegt über Hartenstein – OKC bestraft Ballverluste

Trotz der zunehmend ausgedünnten Personaldecke drückten beide Teams unermüdlich aufs Gaspedal. Die Thunder wussten sich mit dieser rasanten Spielweise jedoch besser zu arrangieren und erzwangen starke 21 Ballverluste der Spurs. Allein Stephon Castle leistete sich neun Turnover. Dennoch sorgte der amtierende Rookie of the Year für den spektakulärsten Moment des Abends: Im zweiten Viertel stieg der Guard furchtlos auf und stopfte den Ball krachend mit einer Hand über den verdutzten Hartenstein hinweg durch die Reuse.

Am Ende wog ein dominantes zweites Viertel der Hausherren (31:20) jedoch schwerer als vereinzelte Highlights der Gäste. Gilgeous-Alexander setzte in der heißen Schlussphase die entscheidenden Wirkungstreffer und sorgte dafür, dass die Serie nun beim völlig offenen Stand von 1:1 nach Texas wechselt.

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