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Die Philadelphia 76ers haben am Samstag das entscheidende Spiel 7 gegen die Boston Celtics auswärts mit 109:100 gewonnen und damit den Einzug in die nächste Runde perfekt gemacht. Das Team aus Pennsylvania drehte nicht nur einen 1:3-Serienrückstand, sondern beendete auch eine historische Negativserie der eigenen Franchise. Überschattet wurde der hart erkämpfte Erfolg jedoch von einer späten Verletzungssorge um Superstar Joel Embiid.

Historisches Comeback der Sixers

Nachdem die Gastgeber im zweiten Viertel einen 15-Punkte-Rückstand egalisiert hatten, übernahmen die Gäste im dritten Durchgang wieder die Kontrolle. Die Sixers erspielten sich eine 18-Punkte-Führung, die sie im Schlussviertel zwar fast wieder hergaben, den Sieg aber letztlich über die Zeit retteten. Boston führte in der gesamten Partie nur ein einziges Mal für einen kurzen Moment.

Der Auswärtssieg markiert einen Meilenstein in der Geschichte beider Teams: Philadelphia gewann als erst 14. Team der NBA-Historie eine Serie nach einem 1:3-Rückstand. Zuvor lag die Bilanz der Franchise in dieser aussichtslosen Situation bei desaströsen 18 Niederlagen ohne einen einzigen Erfolg. Die Kelten aus Massachusetts hingegen verloren erstmals nach 32 Siegen in Serien, in denen sie mit 3:1 geführt hatten. Begünstigt wurde das Momentum der Gäste durch den bitteren Ausfall von Bostons Jayson Tatum. Der Forward wurde nur 90 Minuten vor Tip-off wegen Knieproblemen abgemeldet. Teamkollege Jaylen Brown (33 Punkte) hielt sein Team zwar lange im Spiel, doch die schwache Wurfquote der Celtics von nur 40 Prozent aus dem Feld besiegelte das Aus.

Maxey und Embiid auf den Spuren von NBA-Legenden

Auf Seiten der Sieger überragte ein kongeniales Duo. Der Big Man der Sixers lieferte mit 34 Punkten und 12 Rebounds die wohl wichtigste Leistung seiner bisherigen Playoff-Karriere ab. Unterstützt wurde er von Tyrese Maxey, der in den Schlussminuten die entscheidenden Würfe versenkte und die Partie mit 30 Zählern sowie 11 Rebounds beendete.

Gemeinsam bildeten die beiden Stars erst das dritte Duo der Liga-Geschichte, das in einem Spiel 7 jeweils mindestens 25 Punkte, 10 Rebounds und 5 Assists auflegte. Zuletzt gelang dieses Kunststück den Legenden Elgin Baylor und Wilt Chamberlain im Jahr 1970. Eine ebenfalls starke Leistung zeigte VJ Edgecombe, der beachtliche 23 Zähler von der Bank beisteuerte.

Späte Schrecksekunde um Joel Embiid

Trotz der Feierstimmung hielt ganz Philadelphia kurz vor dem Ende der Partie den Atem an. Knapp 100 Sekunden vor der Sirene stolperte Teamkollege Maxey in der Defensive rückwärts in das Knie des dominierenden Centers. Embiid griff sich sofort an das Gelenk und humpelte, blieb jedoch zunächst auf dem Parkett, bevor er 20 Sekunden vor Schluss endgültig ausgewechselt wurde.

Auf der anschließenden Pressekonferenz gab sich der Franchise-Player jedoch gewohnt unbeeindruckt. Mit einer Sonnenbrille auf der Nase wischte er jegliche Bedenken beiseite: „Ich fühle mich super, ich fühle mich großartig. Ich habe nur so getan, als hätte ich Schmerzen“, scherzte er. Ob diese Aussage der puren Erleichterung entsprang oder echte Schmerzen überspielen sollte, werden die kommenden Tage vor dem Start der nächsten Runde zeigen.

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