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Die US-Profiliga der Frauen startet mit einem historischen Rekord aus deutscher Sicht in die neue Spielzeit. Wenn am Freitag, den 8. Mai, der erste Sprungball der WNBA-Saison angeworfen wird, stehen gleich fünf deutsche Spielerinnen in den nordamerikanischen Kadern. Neben dem wachsenden Einfluss des Deutschen Basketball Bundes (DBB) prägen zwei brandneue Franchises und ein massiver wirtschaftlicher Boom das Gesicht der aufgestockten Liga.

Der WNBA-Spielplan: Auftaktkracher und WM-Pause

Der Startschuss fällt am 8. Mai mit drei parallel stattfindenden Partien. Bereits am Folgetag blicken Basketball-Fans nach Nevada: Die amtierenden Champions, die Las Vegas Aces, zelebrieren ihren Titelgewinn vor heimischer Kulisse mit einer Neuauflage des Vorjahresfinals gegen Phoenix Mercury. Der prall gefüllte Kalender der nun auf 30 Spieltage ausgeweiteten regulären Saison hält weitere Schlüsseltermine bereit: Nach dem Allstar-Wochenende Ende Juli schließt am 2. August das Transferfenster (Trade Deadline).

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Besonders interessant für europäische Fans: Ab dem 31. August unterbricht die WNBA ihren regulären Spielbetrieb für eine zweiwöchige Pause. Der Grund ist die Basketball-Weltmeisterschaft in Berlin, bei der sich nicht nur die US-Superstars, sondern auch die deutschen Hoffnungsträgerinnen auf internationalem Parkett präsentieren. Die entscheidende Phase um die WNBA-Krone, die Playoffs, beginnt anschließend am 27. September.

Deutsche Rekord-Präsenz: Sabally-Schwestern und Fiebich im Fokus

Nie zuvor war der deutsche Frauen-Basketball in den USA derart prominent vertreten. Alle Augen richten sich dabei auf den Big Apple: Satou Sabally, der zweite Pick des Drafts 2020, läuft nach ihrem Wechsel künftig für New York Liberty auf. Dort vereint sich die Ausnahmespielerin mit Leonie Fiebich. Die pfeilschnelle Spielmacherin der Nationalmannschaft krönte ihre WNBA-Debütsaison 2024 direkt mit dem Meistertitel und bildet nun mit Sabally ein schlagkräftiges deutsches Duo.

Getrennte Wege gehen hingegen die Sabally-Schwestern. Nyara Sabally, die im Vorjahr noch mit Fiebich den Titel in New York feierte, schließt sich dem neuen Franchise Toronto Tempo an. Auch im US-Bundesstaat Oregon weht ab sofort ein schwarz-rot-goldener Wind: Nationalspielerin Luisa Geiselsöder verlässt Dallas und wechselt zu Portland Fire. Unterstützt wird sie dort von Frieda Bühner. Die 21-Jährige, die als aktuell größtes deutsches Talent gilt, verdiente sich durch eine überragende Saison in Spanien ihren Platz als Development Player in Portland.

Expansion Draft: Toronto und Portland erweitern die US-Profiliga

Die WNBA befindet sich auf einem beispiellosen Wachstumskurs. Angetrieben von Millionenverträgen, massiv gestiegenen TV-Geldern und einer neu verhandelten Rahmentarifvereinbarung wächst die Liga auf 15 Teams an. Die beiden neuen Franchises, Portland Fire und Toronto Tempo, durften sich im Vorfeld durch einen sogenannten Expansion Draft mit Spielerinnen der bestehenden Konkurrenz verstärken. Geht es nach Liga-Kommissarin Cathy Engelbert, ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht: Bis 2028 soll ein 16. Team den nordamerikanischen Markt komplettieren.

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