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Der 1. FC Heidenheim hat im Kampf um den Bundesliga-Klassenerhalt einen unerwarteten Torwartwechsel vollzogen. Beim eminent wichtigen 3:1-Auswärtssieg gegen den 1. FC Köln beförderte Cheftrainer Frank Schmidt am Sonntag völlig überraschend den 22-jährigen Frank Feller zur neuen Nummer eins. Das Eigengewächs ersetzte den bisherigen Stammkeeper Diant Ramaj und rechtfertigte das kurzfristige Vertrauen mit einer starken Leistung im Rheinland.

Starker Rückhalt im emotionalen Abstiegsgipfel

Für den jungen Schlussmann war es erst der dritte Einsatz in der höchsten deutschen Spielklasse. Trotz der enormen Drucksituation strahlte das Torwart-Talent von Beginn an große Sicherheit aus. In der packenden Schlussphase rettete der reaktionsschnelle Keeper den FCH mit einem famosen Reflex nach einem Kölner Kopfball vor einem weiteren Gegentreffer. Lediglich beim fulminanten Schuss von Marius Bülter in den Winkel zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich war der 1,83 Meter große Torhüter machtlos.

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Im Anschluss an die Partie zeigte sich der Debütant überglücklich über die unverhoffte Chance: Kurzfristig habe er von seinem Einsatz erfahren und sich sehr darüber gefreut. Die brodelnde Atmosphäre im Kölner Stadion konnte er problemlos ausblenden. Eine gewisse Grundnervosität gehöre zwar dazu, erklärte der 22-Jährige, doch auf dem Platz liege der Fokus voll auf dem Spielgeschehen.

Psychologischer Kniff von Trainer Frank Schmidt

Die Entscheidung für den Wechsel zwischen den Pfosten basierte auf mehreren Überlegungen des Trainerteams. Einerseits sah Frank Schmidt, der den Auftritt seines Schützlings im Nachgang als überragend lobte, die Notwendigkeit für einen neuen Reiz. Angesichts von zuvor erst einem einzigen Auswärtssieg wollte der Coach mit der Personalie bewusst etwas verändern und die Mannschaft ablenken – ein psychologischer Kniff, der voll aufging.

Andererseits ist die Beförderung der verdiente Lohn für eine lange Leidenszeit. Ursprünglich sollte der Schlussmann bereits vor der Saison mit Kevin Müller um den Stammplatz konkurrieren. Eine langwierige Fußverletzung warf ihn jedoch zurück, woraufhin der Verein Diant Ramaj verpflichtete. Nach überzeugenden Auftritten in der Vergangenheit, wie etwa bei seinem ersten Profi-Einsatz in der Conference-League-Qualifikation gegen BK Häcken, hat sich Feller nun eindrucksvoll im Bundesliga-Tor zurückgemeldet.

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