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Der österreichische Fußball trauert um eine seiner größten Torwart-Legenden. Alexander Manninger ist im Alter von 48 Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Der ehemalige Nationalspieler kollidierte im Bundesland Salzburg an einem unbeschrankten Bahnübergang mit seinem Auto mit einer Lokalbahn und erlag seinen schweren Verletzungen.

Sowohl die örtliche Polizei als auch der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) bestätigten die traurige Nachricht am Dienstag. Der gebürtige Salzburger prägte den heimischen Fußball über Jahrzehnte und hinterlässt eine tiefe Lücke in der Sportwelt.

Trauer beim ÖFB: Ein herausragender Botschafter geht

Der ÖFB zeigte sich in einer ersten Stellungnahme erschüttert über den plötzlichen Tod des 33-fachen Nationalspielers. Sportdirektor Peter Schöttel würdigte den Verstorbenen mit bewegenden Worten. Er bezeichnete den Ex-Profi als herausragenden Botschafter, der mit seiner internationalen Laufbahn absolute Maßstäbe gesetzt habe. Vor allem seine Professionalität, die stoische Ruhe auf dem Platz und seine enorme Verlässlichkeit hätten ihn ausgezeichnet und viele junge Talente inspiriert. Manninger debütierte 1999 unter Trainerlegende Otto Barić für die ÖFB-Auswahl und stand 2008 als Ersatzmann im Kader für die Europameisterschaft im eigenen Land.

Von London bis Turin: Eine beachtliche Weltkarriere

Seine fußballerische Reise begann 1993 bei Casino Salzburg, führte ihn aber schnell auf die großen Bühnen Europas. 1997 wagte der Schlussmann den Sprung zum FC Arsenal in die Premier League. Für die Londoner absolvierte er 64 Pflichtspiele und feierte 1998 das Double aus Meisterschaft und FA Cup. Damit ging er als erster Österreicher der Ligageschichte in die Annalen ein.

Nach einem kurzen, von Registrierungsproblemen überschatteten Intermezzo bei Espanyol Barcelona fand der Torhüter in Italien eine sportliche Heimat. Zwischen 2003 und 2012 lief er für traditionsreiche Klubs wie den FC Turin, den FC Bologna und die AC Siena auf. Für Siena bestritt er mit 87 Einsätzen die meisten Spiele seiner Karriere. Gekrönt wurde seine Zeit in der Serie A im Jahr 2012, als er mit Juventus Turin den Scudetto, die italienische Meisterschaft, gewann.

Spätes Bundesliga-Kapitel beim FC Augsburg

Im November 2012 zog es den Routinier in die deutsche Bundesliga. Beim FC Augsburg verbrachte er vier erfolgreiche Jahre und hütete in 38 Partien das Tor der Fuggerstädter. Seine aktive Laufbahn ließ er schließlich in der Saison 2016/17 unter Trainer Jürgen Klopp beim FC Liverpool ausklingen.

Als er 2017 seine Handschuhe an den Nagel hing, blickte der Österreicher stolz auf seinen Weg zurück: Er sei der erste junge Goalie gewesen, der für Arsenal gespielt habe. Er habe große Spieler getroffen und mit Weltmeistern auf dem Platz gestanden. Es war eine große Erfahrung, die nun ein viel zu frühes, tragisches Ende gefunden hat.

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